Unsere Stärken als Gewerkschaft – unsere Gewerkschaft stärken!

Thursday, 30. June 2022, 11:51 165658989711Thu, 30 Jun 2022 11:51:37 +0200, Posted by admin1 in Heft 226, No Comments.

Unsere Stärken als Gewerkschaft – unsere Gewerkschaft stärken!


An der Verbandskonferenz Bildung Erziehung Wissenschaft setzten die VPOD-Lehrpersonen die Schwerpunkte für die gewerkschaftliche Arbeit im Bildungsbereich.


Würfel werden neu geworfen

Mehr als 70 VPOD-Lehrpersonen aus der ganzen Schweiz trafen sich vom 1. bis 2. April in Zürich zur Verbandskonferenz Bildung Erziehung Wissenschaft.

Von Johannes Gruber


In ihrer Eröffnungsrede zur Verbandskonferenz Bildung Erziehung Wissenschaft bedankte sich VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber bei den anwesenden Lehrpersonen für ihre wichtige Arbeit. Die Lehrerinnen und Lehrer aller Stufen waren es, die in den letzten zwei Jahren trotz oft widrigster Umstände den Unterricht aufrechterhielten. In der Pandemie habe sich nicht nur die Systemrelevanz von Bildung gezeigt, sondern vielerorts auch ein struktureller Mangel an Lehrpersonen und Ressourcen. Die Aufgabe von uns als Gewerkschaft muss es sein, den Bedarf an Investitionen in das Bildungssystem öffentlich zu machen und für politische Mehrheiten zu kämpfen.

Mit Kampagnen erfolgreich sein!

Artikulation und Durchsetzung gewerkschaftlicher Interessen waren das das Leitthema der Verbandskonferenz. So berichteten die einzelnen Regionen von ihren Erfahrungen mit Kampagnen im Bildungsbereich. Zwei Beispiele unter vielen: Im Kanton Bern gelang es dank einer VPOD-Kampagne bei der Neuorganisation der Tagesstätten für Schulkinder Lohnstandards und Betreuungsschlüssel zu verbessern sowie den Anteil ausgebildeter Mitarbeiterinnen zu erhöhen. Im Kanton Zürich ist nun nach langjährigem Kampf für Lohnstufe 19 für alle Lehrpersonen auf Kindergartenstufe ein Erfolg absehbar. 

Blick ins Nachbarland

Gastreferent Andreas Keller, stellvertretender Vorsitzender der deutschen Gewerkschaft Erziehung Wissenschaft GEW, berichtete per Zoomzuschaltung über die Kampagne «#IchbinHanna», in der prekäre Anstellungsbedingungen an Hochschulen skandalisiert wurden (vgl. S. 6-9). An deutschen Universitäten betrug 2018 der Anteil von Wissenschaftler*innen mit Zeitverträgen 89 Prozent. Über Twitter gelang es nachhaltig, einer breiten Öffentlichkeit die schädlichen Auswirkungen auf Betroffene sowie auf die Qualität von Lehre und Forschung zu vermitteln. Da die Situation an den Schweizer Hochschulen ähnlich ist, enthält die GEW-Kampagne für den VPOD viele wertvolle Anregungen. 

Was als Nächstes tun?

In Arbeitsgruppen diskutierten die Teilnehmenden, welche Kampagnenschwerpunkte zukünftig national und kantonal gesetzt werden sollen. Visualisiert wurden diese mit Würfeln (vgl. S. 10), die ins Plenum getragen wurden: Faire Anstellungen an den Hochschulen, mehr Ressourcen für guten Unterricht, für die Umsetzung von Digitalisierung, Chancengleichheit und des Rechts auf Bildung für alle. 

Mit Positionspapieren und Resolutionen formulierten die Delegierten differenzierte und kritische Positionen zu den Herausforderungen im Bildungsbereich. Eine Solidaritätsbotschaft galt den Streikenden an den britischen Hochschulen. Und auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine waren immer wieder Thema: Unterstützt wurden zwei Resolutionen, in denen der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine verurteilt und die grosszügige Aufnahme von Geflüchteten gefordert wird – unabhängig von Herkunft, Hautfarbe und Religion. Unterstrichen wurde aber auch, dass Lehrpersonen beim Unterricht geflüchteter Kinder und Jugendlicher auf gute Konzepte, geeignete Massnahmen, ausreichende Ressourcen und Unterstützung angewiesen sind. 

Mit Verabschiedung der langjährigen Kommissionspräsidentin Katrin Meier (vgl. S. 12-13) und der Wahl der Zürcher Kindergartenlehrperson Sophie Blaser als Nachfolgerin fand auch ein Generationenwechsel statt. Die Würfel werden neu geworfen.   


Foto: Anna Rudin (ganz oben) Foto: Johannes Gruber

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