Zeit für unsere Zeit!

Friday, 25. February 2022, 12:28 164579210712Fri, 25 Feb 2022 12:28:27 +0200, Posted by admin1 in Heft 225, No Comments.

Zeit für unsere Zeit!


Die Mobilisierung des Strike for Future geht am 9. April 2022 in eine neue Runde, in der die Klimafrage mit der sozialen Frage verbunden wird.

Von Mattia De Lucia

Es ist höchste Zeit für einen gesellschaftlichen Wandel. Unsere momentane Art zu leben und zu wirtschaften führt uns persönlich und gesellschaftlich von Krise zu Krise. Hinzu kommt, dass die Antworten des Jetzt auf gesundheitliche, klimatische oder arbeitsrechtliche Problemfelder ungenügend und fatal sind. Allerdings fehlt uns momentan genau das, was wir brauchen, um unsere eigenen Antworten zu formulieren: Zeit.

Bündnis von Klimabewegung, feministischer Bewegung und Gewerkschaftsbewegung

An diesem Punkt möchte der Strike for Future ansetzen und stellt deshalb diesen Frühling das Thema Arbeitszeitverkürzung in den Fokus. Nach dem ersten erfolgreichen Aktionstag am 21. Mai vergangenen Jahres plant der Zusammenschluss von sozialen Bewegungen wie dem Klimastreik, feministischen Gruppierungen und von Gewerkschaften sowie NGOs am 9. April den nächsten Aktionstag. Ähnlich wie im letzten Jahr werden sowohl dezentrale Aktionen und Veranstaltungen als auch grössere Demonstrationen in den Städten stattfinden. Die Forderung dabei lautet: radikale Arbeitszeitverkürzung.

Dieses Thema mag in Verbindung mit einigen der genannten Akteur*innen auf den ersten Blick verwundern: Wieso sollte sich die Klimastreikbewegung sich nun auch noch in diesen jahrhundertealten Arbeiter*innenkampf einbringen? Und wie genau soll eine solche Forderung helfen können, das zu erreichen, was sich der Strike for Future im Mai 2021 auf die Fahne geschrieben hat: eine soziale und ökologische Gesellschaft?

Gesellschaftliche Mobilisierung

Was dem Strike for Future Sinn und Zweck gibt, sind nicht seine Aktionstage, sondern die politische und gemeinschaftliche Organisierung, die er ermöglicht. Mit und in ihm kann eine gesamtgesellschaftliche Vernetzung und Mobilisierung erreicht werden, welche den notwendigen ökologischen und sozialen Umbau erst ermöglicht.

Die Forderung nach Arbeitszeitverkürzung stellt in diesem Kontext für alle teilhabenden Akteur:innen ein entscheidendes Mittel dar. Zum einen kann durch den Kampf für sie die soziale und ökologische Gesellschaft fassbar gemacht werden und zum anderen ermöglicht das Erreichen von ihr den intensiveren Austausch und die Organisation. 

Womit verbringen wir unsere Zeit?

Die Forderung nach radikaler Arbeitszeitverkürzung hat schon viele Arbeitskämpfe geprägt. Auch wenn sie momentan von Grosskonzernen (beispielsweise Unilever und Panasonic) mit dem Argument verknüpft wird, die Produktivität zu erhöhen, ist sie ihrem Kern und Wesen nach immer noch Sinnbild unseres Zieles. Wir möchten mehr Zeit für Freizeit, Austausch, Familie und Kultur. Wir möchten das schöne Leben!

Die Frage, die sich nun also stellt, ist: Leben wir, um zu arbeiten oder arbeiten wir, um zu leben? Und in der Konsequenz: Womit verbringen wir unsere Zeit?

Die kollektive Beantwortung dieser Frage soll in den kommenden Monaten ins Zentrum gerückt werden. Das Ziel ist es, das Thema in die Betriebe, Quartiere, Schulen und am 9. April auf die Strasse zu tragen. Lokalgruppen organisieren sich am Arbeitsplatz, in Schulen, Universitäten und Quartieren. Sie veranstalten verschiedene Aktionen und Diskussionen zur Arbeitszeitverkürzung. 

Wir alle sind dafür verantwortlich, in unserem Umfeld entsprechende Organisierungen anzustossen. Für Unterstützung kontaktiere die Koordinationsorgane in deinem Umfeld oder uns per E-Mail unter strike4futurezh@lists.riseup.net

Alle Aktionen und Veranstaltungen können zudem auf strikeforfuture.ch publiziert und eingesehen werden. Organisieren wir uns und stehen wir gemeinsam für eine soziale, feministische und ökologische Gesellschaft ein!  


Mattia De Lucia ist Aktivist beim Klimastreik Zürich.


Foto: Strike for Future

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