Halbzeitbilanz

Wednesday, 3. November 2021, 21:58 163597672409Wed, 03 Nov 2021 21:58:44 +0100, Posted by admin1 in Heft 224, No Comments.

Halbzeitbilanz


Eine Auswahl von Veranstaltungen und parlamentarischen Vorstössen im Rahmen der Kampagne «Bildung für alle – jetzt!».

Es war ein weiter Weg von unserer Tagung «Geflüchtete – Bildung, Integration und Emanzipation» im September 2019 bis zum Kampagnenstart im Oktober 2020 und der Petitionsübergabe «Bildung und Arbeit für Geflüchtete ermöglichen!» im September 2021. Als Vorbereitung der Kampagne galt es, an unseren inhaltlichen Positionen und Forderungen zu arbeiten, unser Netzwerk auszubauen und die Finanzierung sicherzustellen. Die Corona-Pandemie verzögerte den Kampagnenstart und veränderte unsere Arbeitsweise. 2021 wurden einige unserer regionalen Veranstaltungen nun digital oder in hybrider Form durchgeführt.

Plenumsgespräch an der Tagung «Geflüchtete – Bildung, Integration und Emanzipation» am 7. September 2019 in Bern
Podiumsdiskussion zum Thema «Inklusion von geflüchteten Kindern in die Regelklassen der Volksschule», 7. September 2021, Davos

Runder Tisch zum Thema «Bildungszugang» mit einem Austausch von Geflüchteten und Fachpersonen am 16. September 2021, Fribourg

Veranstaltungen

Wichtig für unsere Vernetzung mit Geflüchteten war im Juni 2021 unsere Teilnahme am Flüchtlingsparlament von «Unsere Stimmen» / NCBI. 

Auf Facebook fand in Zusammenarbeit mit «Coordination asile.ge» am 24. Juni die Diskussionsveranstaltung « Quelles perspectives de formation pour les jeunes débouté-es de l’asile à Genève? » statt.

Auf Zoom folgte einen Tag darauf, am 25. Juni, das Forum «Bildungszugang für Geflüchtete: Herausforderungen und Lösungsideen für den Kanton Schaffhausen».

Am 21. August war es uns möglich, in Zusammenarbeit mit dem Offenen Hörsaal Bern den Event «Hinschauen & Hinhören – gemeinsam die Zukunft gestalten!» in physischer Präsenz durchzuführen: mit einer interaktiven Installation und Videoporträts, Performance, Theatervorstellung und einem Konzert.

Auch das Davoser Podiumsgespräch zum Thema «Inklusion von geflüchteten Kindern in die Regelklassen der Volksschule» fand am 7. September vor Publikum statt.

Der runde Tisch « J’aimerais pouvoir travailler et être autonome financièrement  »  am 16. September in Fribourg hatte wiederum die Form einer Facebook-Veranstaltung. 

Nachdem die Zürcher Veranstaltung «Geflüchtete haben das Wort» zweimal abgesagt werden musste, konnte sie schliesslich am 18. September auf dem Hirschenplatz stattfinden (vgl. S. 12-14).

Bilder nach der Petitionsübergabe am
22. September 2021 vor dem Bundeshaus.

Sophie Guignard, Co-Kampagnenleiterin, Sosf, gemeinsam mit Sherefedin Mussa, Flüchtlingsparlament, NCBI
Coline Ardouin, VSS
Markus Truniger, VPOD, im Interview mit 20 Minuten

Parlamentarische Vorstösse

Bisheriger Höhepunkt unserer Kampagne war die Petitionseinreichung mit Performances und Medienkonferenz am 22. September in Bern (vgl. S. 4-9). Die eingereichte Petition bildet die Grundlage für politische Vorstösse von National- und Ständerät*innen, die die Kampagne für einen besseren Zugang zur Bildung für Geflüchtete unterstützen. Um dafür den Boden vorzubereiten, wurden Gespräche insbesondre mit Parlamentarier*innen verschiedener Parteien geführt, die Mitglieder der Kommissionen für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) sind. Die Petition soll nun 2022 in der WBK beraten werden. Unser Ziel ist es, dass aus dieser weitere konkrete Vorstösse abgeleitet werden. Eine parteienübergreifende Gruppe von Parlamentarier*innen, die von Nationalrätin Sandra Locher, SP Graubünden, koordiniert wird, entwickelt Vorstösse auf der Ebene des Bundes. Bisher wurden folgende Interpellationen im Nationalrat eingereicht:

21.3105, Interpellation von NR Sandra Locher Benguerel: Beschulung von Kindern und Jugendlichen in Bundeasylzentren (BAZ)

21.3041, Interpellation von NR Katharina Prelicz-Huber: Dauer der Berufsvorbereitung für junge Geflüchtete und Spätzugewanderte

21.3042, Interpellation von NR Katharina Prelicz-Huber: Frühförderung von Kindern mit Migrations- und Fluchterfahrung

21.3659, Interpellation von NR Sandra Locher Benguerel: Monitoring Sprachförderung: Transparenz bei den Zugangskriterien zu finanzierten Sprachkursen von Geflüchteten in den Kantonen

21.3660, Interpellation von NR Sandra Locher Benguerel: Stärkere Ausrichtung der Sprachförderung von VA/Fl an individuelle Potentiale und die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts

21.4158, Interpellation von NR M. Atici: Hochqualifizierten Immigrierten mehr Chancen auf Bildung und eine gute Arbeit geben

Äusserungen von Geflüchteten, die iranische Künstlerin Zoya Mahallati beim Verfassen eines Wunsches.

Wie weiter?

Die bisher veröffentlichten Stellungnahmen des Bundesrats zu den Interpellationen, auch auf Fragen in den Fragestunden des Nationalrats, halten wir für unzureichend. Der Bundesrat kommt zu der Beurteilung, es gäbe zwar noch Probleme im Bereich der Bildung von Geflüchteten, doch seien bessere Strategien – mit beschleunigten Verfahren und verstärkten Integrationsmassnahmen für anerkannte Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene – schon in Umsetzung. Die Kampagne «Bildung für alle – jetzt!» beharrt darauf, im Bundesparlament vorzuschlagen, dass für konkret bezeichnete Probleme auch konkrete Lösungen beschlossen werden.

Zuletzt wurde in der Herbstsession 2021 mit zwei Vorstössen nachgedoppelt: 

1. Für eine gleichwertige umfassende Schule für alle Kinder in Bundesasylzentren bis zum Alter von 18 Jahren; 

2. Für eine Anpassung der Regelungen der Berufsvorbereitung an die Bedürfnisse von Geflüchteten (bei Bedarf eine Dauer von zwei Jahren, Ausschluss einer Alterslimite):

21.4051, Interpellation von NR Sandra Locher Benguerel: Gleichberechtigter Zugang zur Schule für Kinder und Jugendliche aus Bundesasylzentren (BAZ) 

21.4064, Motion von NR Katharina Prelicz-Huber: Dauer der Berufsvorbereitung für geflüchtete und andere spät Zugewanderte.

Im Rahmen der Kampagne werden wir die bildungspolitische Arbeit in den nächsten zwölf Monaten fortsetzen und weitere Vorstösse für einen besseren Zugang zur sprachlichen Bildung, zur Hochschule und zur Weiterbildung erarbeiten. Kantonale Partnerorganisationen werden zudem in kantonalen Parlamenten Vorstösse einbringen, die kantonale Zuständigkeiten betreffen. Es gibt unterdessen eine breite parteiübergreifende Zustimmung zum Grundsatz, dass sich eine Investition in die Bildung von Geflüchteten – sowohl für die Betroffenen als auch volkswirtschaftlich – lohnt. Es braucht aber mehr als die Zustimmung zu diesem Grundsatz, klar bezeichnete Hürden auf dem Bildungsweg von Geflüchteten müssen jetzt abgebaut werden.

Text: «Bildung für alle – jetzt!»


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