Schlüsselrolle des Service public

Tuesday, 6. April 2021, 0:38 161766949012Tue, 06 Apr 2021 00:38:10 +0200, Posted by admin1 in Heft 221, No Comments.

Schlüsselrolle des Service public


Der VPOD unterstützt die Klimastreikbewegung und den Strike for Future am 21. Mai 2021. Für eine Bewältigung der Klimakrise braucht es einen sozialen und ökologischen Ausbau des Service public.

Von Fabio Höhener

Die Klimakrise ist auch eine soziale Krise. Bereits jetzt bedroht sie im globalen Süden Existenzgrundlagen, sie führt zu Verteilungskämpfen und erzwingt Migration. Sich vor den Konsequenzen zu schützen wird auch in der Schweiz immer aufwändiger und kostspieliger. Die Auswirkungen des Klimawandels werden hierzulande mit grossen volkswirtschaftlichen Kosten verbunden sein.

Der Service public spielt eine Schlüsselrolle bei dem Einleiten einer sozialen und ökologischen Wende. Es braucht massive Klimainvestitionen, keine weiteren Abbaupakete im Service public, keine weiteren Auslagerungen und Privatisierungen, die – wie im Gesundheitsbereich – das System an den Rand gebracht haben. Auch Steuerdumping und Steuerhinterziehung müssen weiterhin konsequent bekämpft werden.

In jedem Bereich des Service public stellen sich spezifische Herausforderungen. Auch Bildung, Erziehung und Wissenschaft stehen in der Verantwortung, die Klimakrise zu thematisieren und nach ihren Möglichkeiten zu deren Bewältigung beizutragen. 

Kinder und Jugendliche sind von den Folgen des Klimanotstandes in besonderer Weise betroffen. Nicht nur, weil die Folgen sich in der Zukunft abspielen und ihr unbeschwertes Heranwachsen und ihre Gesundheit durch hohe Temperaturen, Ozonbelastung und Schadstoffbelastung gefährdet sind, sondern auch, weil sie bereits heute stark politisch-emotional mit dem Thema verbunden sind.

Bildung, Erziehung und Wissenschaft gegen Klimawandel

Für die Lehrpersonen und das Betreuungspersonal stellt sich die Herausforderung, den SchülerInnen die Folgen des Klimawandels im Unterricht, aber auch auf Exkursion und in Projekten altersgerecht zu vermitteln und Zukunftsaussichten aufzuzeigen. Bildung für Nachhaltige Entwicklung ist dabei eine zentraler Bildungsauftrag des Lehrplan 21. Die PädagogInnen haben die wichtige Funktion, die Schülerinnen und Schüler dabei zu unterstützen, sich mit der Komplexität der Welt und deren ökonomischen, ökologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen auseinanderzusetzen. Immer mit dem Ziel, Vernetzungen und Zusammenhänge zu verstehen und die Befähigung zu erlangen, sich an der nachhaltigen Gestaltung der Zukunft zu beteiligen.

Unbestritten kommt auch der Wissenschaft eine besondere Rolle zu. Einerseits stellt ihre Forschung die Basis unseres Wissens zum Klimawandel dar und andererseits haben WissenschaftlerInnen eine gesellschaftlich wichtige Rolle bei der Debatte zu möglichen politischen Massnahmen. Es reicht nicht aus, zum Klima zu forschen und Klimaberichte zu produzieren, sondern es braucht eine aktive politische Rolle der ForscherInnen in der Klimadebatte.

Gemeinsames Entscheiden und Handeln

Von der Volksschule, über die Berufsschulen und Gymnasien bis zu den Hochschulen; Nachhaltige Entwicklung setzt die Beteiligung von Erwachsenen und Heranwachsenden voraus. In den Schulen und in den Bildungsinstitutionen muss die Teilhabe an Entscheidungsprozessen und die Beteiligung bei der Umsetzung der Entscheidungen ausgebaut werden. Die Schulleitungen, Schulbehörden und Bildungsdirektionen sind in der Pflicht Mitwirkungsmöglichkeiten auszubauen. Die Angestellten und die Lernenden wiederum müssen ihr bestehendes Mitspracherecht nutzen und weitere Partizipationsmöglichkeiten erkämpfen.  


Fabio Höhener ist als VPOD-Zentralsekretär für den Bereich Bildung, Betreuung und Erziehung zuständig.


Foto: Alexander Egger

Promote Post

Enjoyed this post?


Posting your comment...

Kommentar schreiben


Ihr Kommentar via Email senden
`
http://vpod-bildungspolitik.ch/wp-content/themes/press