Versuch, die Schweiz politisch und sozial  zu reformieren

Sonntag, 2. September 2018, 2:35 153585574602Sun, 02 Sep 2018 02:35:46 +0000, Posted by admin1 in Heft 208, No Comments.

Versuch, die Schweiz politisch und sozial zu reformieren


Der Landesstreik als Thema des Geschichtsunterrichts.

Von Markus Holenstein

Der Landesstreik von 1918 ist selbstverständlich Thema des Geschichtsunterrichts der Sekundarstufen I und II! Die einzelnen Lehrmittel widmen ihm spezielle Kapitel von unterschiedlichem Umfang.1 Gefragt werden kann, welche Aspekte wie gewichtet und ob neuere Fragestellungen ausreichend berücksichtigt werden. Die Behandlung des Landesstreiks im Unterricht soll SchülerInnen dazu animieren, die Ausprägung dieses zentralen politischen Ereignisses der Schweizer Geschichte des 20. Jahrhunderts auch auf lokaler und regionaler Ebene zu untersuchen.

In neuen Forschungsprojekten, Publikationen und den Medien werden Hintergründe, Kontext und Folgen des Landesstreiks ausführlich behandelt. Dem Geschichtsunterricht und dem Unterricht in politischer Bildung erschliessen die entsprechenden Fragestellungen interessante Lernfelder und für Einzel- und Gruppenarbeiten beste Möglichkeiten, forschend zu lernen. Geschichtsmaturaarbeiten z.B. können erstaunlich reichhaltige Resultate ergeben, da deren AutorInnen mit Akribie Archivbestände «durchforsten» und auswerten.

 

Landesstreik-Themen für den Unterricht in Geschichte und Politischer Bildung

1. Die soziale der Lage der Schweizer Bevölkerung während des Ersten Weltkriegs bildete wohl den wichtigsten Hintergrund zur Auslösung des Generalstreiks; sie für den eigenen Wohnort zu dieser Zeit zu untersuchen, kann bestimmt auf reges Interesse von Schülerinnen und Schüler stossen.

Enorme Teuerung, nur gering ansteigende Löhne, Erwerbsausfall der Soldaten, Lebensmittelknappheit und Rationierung von Grundnahrungsmitteln verschlechterten die wirtschaftlich-soziale Lage eines grossen Teils der Schweizer Bevölkerung; oft mangelte es an Milch – sogar für Schwangere und Stillende! –, Brot und Kartoffeln. Rationierung und staatliche Beiträge für Notstandsberechtigte – 1918 beinahe 700000! – reichten nicht aus, die zunehmende Armut zu verringern. Der Kontrapunkt: Landwirtschaft und exportorientierte Firmen verzeichneten gleichzeitig hohe Gewinne! In Basel-Stadt bspw. wurden 1918 24,4 % der Bevölkerung mit Notstandaktionen gestützt. Volksküchen, öffentliche Suppenspeisungen gehörten zur gesellschaftlichen Normalität. Das Phänomen der Wohnungsnot war verbreitet; so zählte z.B. die Stadt Solothurn 1918 73 obdachlose Familien!! Die Bundesbahnen erhöhten in der Kriegszeit wohl die Tagesarbeitszeiten ihres Personals auf 14-15 Stunden und die Präsenzzeit auf 20-21 Stunden (!), bremsten jedoch Besoldungserhöhungen!2

2. Stark sensibilisiert für die prekäre soziale Lage grosser Bevölkerungsteile waren vor allem Frauen.3

Diese engagierten sich auf gemeinnütziger Ebene als Organisatorinnen von Volksküchen, Soldatenstuben (Else Züblin-Spiller) und Lazaretten, riefen zu Hungerdemonstrationen auf und transferierten – vor allem SP-Frauen wie Rosa Bloch-Bollag – soziale Anliegen auf die politische Ebene: Milchpreiserhöhungen z.B. sollten vom Kanton (Zürich) übernommen werden. Die Frauen der sozialdemokratischen Partei reklamierten gleichzeitig das Stimm- und Wahlrecht für Frauen.

3. Der erfolgreiche Streik der Zürcher Bankangestellten vom 30. September 1918 / 1. Oktober, unterstützt von der Zürcher Arbeiterschaft, führte den Bankiers die Macht einer kollektiven Aktion der Lohnabhängigen vor Augen.

4. Die zahlreichen Streiks vor und während des Ersten Weltkriegs kulminierten gleichsam im politischen Generalstreik vom 12. bis 14. November 1918. Dieser wurde vom Oltener Aktionskomitee (OAK) als Antwort auf das erhöhte Truppenaufgebot des Bundesrates in verschiedenen Schweizer Städten ausgerufen – in Zürich unter dem Kommando des autoritären Oberstdivisonärs Sonderegger.

Neben diesen Streiks vergrösserte die katastrophale wirtschaftlich-soziale Situation grosser Teile der Schweizer Bevölkerung die Angst des Bürgertums, des Bundesrates und der Armeeführung vor einer bolschewistischen Revolution. Dies umso mehr, als die Russische Revolution 1917 die Bolschewiki an die Macht gebracht hatte und die Niederlage der Mittelmächte Anfang November 1918 zur Abschaffung der preussischen sowie der habsburgischen Monarchie respektive zur Einsetzung republikanischer Regierungen unter sozialdemokratischer Führung in Deutschland und Österreich geführt hatte. Die Bürgerwehren, vor und nach dem Generalstreik als Instrument gegen eine sozialistische Revolution gegründet, fasste der spätere Frontensympathisant Eugen Bircher nach 1918 zum Schweizerischen Vaterländischen Verband zusammen.

5. Die politischen und wirtschaftlich-sozialen Forderungen des OAK zielten auf eine Reform des Staates, nicht auf einen bolschewistischen Umsturz ab.4

Den unbewaffneten Streikenden standen 110000 Soldaten, bewaffnet mit Karabinern, Maschinengewehren und Handgranaten, gegenüber! Der vom OAK nach dem Ultimatum des Bundesrates beschlossene Streik-abbruch verhinderte einen Bürgerkrieg.5 Abgeurteilt von der Militärjustiz wurden die OAK-Repräsentanten Robert Grimm, Ernst Nobs (der spätere erste SP-Bundesrat), Friedrich Schneider und Fritz Platten. Insgesamt hatte die Militärjustiz Verfahren gegen 3500 Personen eingeleitet und 147 Verurteilungen ausgesprochen.

 

Bearbeitung des Themas Landesstreik im Unterricht

Anhand des Themas Landesstreik kann der grosse Wert der Quellenbearbeitung und des selbstständigen Recherchierens in Staats-, Orts-, Regional-, Firmen- und Familienarchiven aufgezeigt werden, um Fragestellungen im Rahmen eines Geschichtsprojekts oder einer Geschichtsmaturaarbeit zu behandeln. Entsprechend den oben aufgeführten Themen seien folgende Fragestellungen für SchülerInnenarbeiten zum Thema Landesstreik formuliert:

Wie waren welche Bevölkerungsegmente des betreffenden Ortes in ihrem Alltagsleben von der wirtschaftlichen Lage in den Jahren 1914-1918 betroffen? Wie sind an diesen Orten Frauen (sozial)politisch aktiv geworden? Wie verlief der Generalstreik in kleineren Städten und auf dem Land? Wie verhielten sich die aufgebotenen Truppen gegenüber den Streikenden? In welche politischen und sozialen Zusammenhänge könnten die Forderungen des OAK gestellt werden? Wie verliefen die Prozesse der Militärjustiz gegenüber den am Generalstreik dieser Orte Beteiligten? Wie agierten Bürgerwehren vor, während und nach dem Generalstreik in den betreffenden Orten?

Als wertvolle Hilfe kann der Leitfaden für das Erstellen von Geschichtsprojekten und Geschichtsmaturaarbeiten des schweizerischen Geschichtswettbewerbs HISTORIA6 dienen. Er führt SchülerInnen in die Bibliotheks- und Archivrecherche, in die Quellenanalyse und -interpretation sowie die Konzipierung einer anspruchsvollen eigenen Geschichtsarbeit ein.

Ein Transfer in die Gegenwart ist ein weiterer sinnvoller Unterrichtsbaustein: Der Landesstreik initiierte bedeutende soziale Veränderungen wie die Einführung der 48-Stundenwoche, die Durchführung der Proporzwahl, die Lancierung der AHV und des Stimm- und Wahlrechts für Frauen – dies allerdings leider erst als Langzeiteffekt. Arbeitskämpfe, auch Streiks am Ende des 20. Jahrhunderts, trugen dazu bei, das Streikrecht in der Bundesverfassung zu verankern, Tiefstlöhne anzuheben und die Pensionierung im Bauhauptgewerbe ab dem 60. Altersjahr zu ermöglichen.7

Streiks markieren die Autonomie der ArbeitnehmerInnen und die Kraft kollektiven Handelns. Dies können SchülerInnen aus dem Studium der Geschichte des Landesstreiks von 1918 und aus der Geschichte der Arbeitskämpfe in jüngster Vergangenheit und Gegenwart ersehen und dazu spannende Untersuchungen anstellen. Der Geschichtsunterricht erhält damit auch eine politische Dimension – ebenso wie die Erinnerung an den Landesstreik als Versuch, die Schweiz politisch und sozial zu reformieren!


 

Materialien für den Unterricht

1. www.generalstreik.ch

(getragen von Gewerkschaften, Wissenschaft, Archiven und der SP):

Basisinformationen zum Generalstreik (Chronologie, Einbettung in die Schweizer Geschichte und die Geschichte des Ersten Weltkriegs)

Quellen:

SGB-Archiv: Aktenbestände des Oltener Aktionskomitees; das Stenogramm des Landesstreikprozesses sowie zahlreiche Schriften und Berichte zum Landesstreik.

Gewerkschaft Unia/Adrian Zimmermann, Dossier mit einem Bericht und exemplarischen Quellenauszügen aus den regionalen Archiven zum Generalstreik. Erhältlich bei: archiv@unia.ch, wertvoll gerade auch für SchülerInnenarbeiten!

Dokumentation von Alfred Fasnacht zur Erschiessung von drei Arbeitern in Grenchen einen Tag nach Streikabbruch

Dossiers zum 80-Jahre- und 90-Jahre-Jubiläum des Generalstreiks

 

2. Weitere Unterrichtsmaterialien

Film Generalstreik 1918. SRF Produktion 2018. Autor: Hansjörg Zumstein. Regie: Daniel von Aarburg. 91 Minuten. Doku-Fiktion mit historischem Filmmaterial und Erläuterungen prominenter HistorikerInnen: Jakob Tanner, Brigitte Studer, Bernhard Degen, Carole Villiger, Marc Perrenoud, Rudolf Jaun, Sébastien Guex, Orazio Martinetti. Als DVD bei SRF erhältlich.

Die politischen Auseinandersetzungen zwischen dem Oltener Aktionskomitee, dem Bundesrat und der Armeeführung werden spannungsgeladen dargestellt. Die Hauptfiguren Grimm, Calonder und Sonderegger präsentieren sich dem/der Zuschauer/in als markante Persönlichkeiten in ihrem je eigenen politischen und persönlichem Profil. Sehr empfehlenswert.

Eine Art Lerneinheit zum Generalstreik:

https://www.srf.ch/sendungen/myschool/der-generalstreik-2

Einführender Kurzfilm von 4 Minuten, in dem die wirtschafliche Krisensituation mit dem Generalstreik, der bürgerlichen Angst vor einem revolutionären Umsturz und das Truppenaufgebot als möglicher Beginn eines Bürgerkriegs dargestellt werden.

Zur Verarbeitung: Informationsfragen; Bearbeitung verschiedener Quellen (u.a. Fotos Lazarett mit Grippekranken, öffentliche Suppenausgabe; Tabelle Preis- und Lohnentwicklung 1914 – 1918; Schreiben Willes vom 4.11. 1918 an den Bundesrat: Empfehlung für Truppenaufgebot; OAK: Aufruf zum Generalstreik), um die Ursachen des Generalstreiks zu analysieren.

 

3. Zusätzliche Quellen und Literatur

Arbeitsgruppe für Geschichte der Arbeiterbewegung Zürich (Hg.), Schweizerische Arbeiterbewegung. Dokumente zu Lage, Organisation und Kämpfen der Arbeiter von der Frühindustrialisierung bis zur Gegenwart. Bd.1, Zürich 1975 (Limmat Verlag Genossenschaft Zürich)

Nicole Billeter, Wenn Dein starker Arm es will. Zürich 2018, Th. Gut Verlag.

Romanhafte Beschreibung der Ereignisse vor und während des Generalstreiks in der Zürichseegegend. Ausbeutung eines Dienstmädchens in der Villa eines reichen Fabrikanten, der die nach mehr Rechten strebenden Arbeiter nicht versteht.

Willi Gautschi, Dokumente zum Landesstreik 1918, 2., durchgesehene Auflage, Zürich 1988 (Chronos)

Hans-Ulrich Jost: Der Bankangestelltenstreik vom 30. September / 1. Oktober 1918. Pdf.-Dokument (www.generalstreik.ch – Projekte und Veranstaltungen – Publikationen)

Christian Koller: Vor dem Landesstreik: Der November 1918 in der Kontinuität der helvetischen Streikgeschichte. In: Hans Rudolf Fuhrer (Hg): Innere Sicherheit – Ordnungsdienst, Teil I: bis zum Oktober 1918. GMS (Publikationen der Schweizerischen Gesellschaft für militärhistorische Reisen, Heft 39), Zürich 2017, S. 75-98.

SGB (Hg.)/USS (éd.), 100 Jahre Landesstreik. Ursachen, Konfliktfelder, Folgen. Reader zur Tagung vom 15.11.2017/ Centenaire de la grève générale. Origines, conflits, conséquences. Interventions du colloque du 15 novembre 2017


 

Projekte anlässlich 100 Jahre Landesstreik

Nationales Forschungsprojekt «Krieg und Krise: Kultur-, geschlechter- und emotionshistorische Perspektiven auf den schweizerischen Landesstreik vom November 1918». Historisches Institut der Universität Bern (Prof. Dr. Brigitte Studer). Folgender Sammelband dient quasi als Katalog zur Ausstellung im Landesmuseum: Roman Rossfeld / Christian Koller / Brigitte Studer (Hg.) Der Landesstreik. Die Schweiz im November 1918. Baden 2018 (Erscheint im Herbst im Verlag Hier und Jetzt)

Die Westschweizer Vereinigung zur Erforschung der Arbeiterbewegung (AEHMO) gibt ein Sonderheft Cahiers zusammen mit Traverse heraus: Auderset, Patrick et al. (Hg.), Der Landesstreik 1918. Krisen, Konflikte, Kontroversen / La grève générale de 1918. Crises, conflits, controverses. Traverse, Bd. 2018/2, Zürich 2018 (Erscheint im Herbst bei Chronos)

Die beiden Studierenden Pascal Albisser und Nathan Beer haben unter dem Titel «100 Jahre Generalstreik – Und jetzt?» ein Medienprojekt im Rahmen ihres Studiengangs Multimedia Production geschaffen. Unterschiedliche AkteurInnen beleuchten darin die heutige Relevanz des Generalstreiks und seiner Fragen: www.streik2018.ch   


 

Weitere Veranstaltungen zum Thema

(Jubiläum, Weiterbildung, Referate, Ausstellungen, Theater)

3. März – 30. Dezember, Neues Museum Biel: Ausstellung «Krieg und Frieden»
Die Ausstellung zeigt den Generalstreik von 1918 als ein Schlüsselereignis der Schweizer Geschichte aus internationalem und regionalem Blickwinkel. Krieg und Frieden prägten auch das Leben der Menschen in Biel, im Seeland und im Berner Jura.
(www.nmbiel.ch)

Theater zum Landesstreik: 1918.CH – 100 Jahre Landesstreik.
Mit 20 Theatergruppen aus allen Landessteilen.
Tickets: tickets@1918.ch Tel: 062 207 00 18 (Verein 100 Jahre Landesstreik 2018)

Veranstaltung der SP Dübendorf zum Landesstreik: 13. September, 20 Uhr im Zwicky-Süd–Gemeinschaftsraum Genossenschaft Kraftwerk1. U.a. Referat von Dr. Roman Rossfeld, Historiker Uni Bern.

Jahrestagung 2018 der Schweizerischen Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialgeschichte. 14. September, Berner Fachhochschule Gesundheit / Schwarztorstrasse 48, Bern: Protest!/Protestez!
Kontakt: sekarni-geschichte@unibas.ch

«Erfreuliche Universität»: 18. September um 20.15 Uhr im Palace in St. Gallen: «Migration – Prekarisierung – Streik». Es diskutieren Marco Mettler (Drucktechnologe) und Stefan Brülisauer (Gewerkschaftssekretär) unter der Moderation von Salome Grolimund (Unia).

Museum Altes Zeughaus Solothurn:
Mittwoch,
19. September 2018, 18.30-20.30 Uhr: Es wird gefordert: mehr soziale Sicherheit!
Kurzvorträge und Diskussion mit: Dr. Peter Moser, Leiter Archiv für Agrargeschichte: Lebensmittel für alle!

Weiterbildungsinstitut Movendo: Tagungsseminar «Streiks in der Schweiz – einst und jetzt». 19. September, 09.15-17.00 Uhr, Schweizerisches Sozialarchiv. ReferentInnen: Christian Koller (Direktor Schweizerisches Sozialarchiv), Maurizio Maggetti (Movendo), Adrian Zimmermann (Historiker).

«Erfreuliche Universität», 25. September 20.15 Uhr, Palace in St. Gallen: «Streik gestern – Streik heute». Es referieren und diskutieren der Historiker Max Lemmenmeier, Präsident SPSG, und Gewerkschafterin Vania Alleva, Präsidentin der Unia.

Zu einem Filmabend zum Generalstreik mit anschliessender Diskussion lädt am 29. September um 18.00 Uhr die Unia St. Gallen ein.

«Tag der Typographie», Einladung syndicom nach Olten: Plakate von 1918: Samstag, 6. Oktober, 9.15 – 13.00 Uhr im Bahnhofbuffet Olten.

Rorschach, 20. Oktober 16 Uhr: Rundgang zu historischen Streikorten. Mit Ralph Hug (Journalist), Nationalrätin Barbara Gysi (Präsidentin SGB SG), Autor Richard Lehner, Urs Wenger vom SEV ZPV Säntis-Bodensee. Treffpunkt: Hafenbahnhof Rorschach. Rundgang und Apéro im Kornhaus.

Dienstag, 23. Oktober 2018, 18.30-20.30 Uhr: Film und Diskussion
SRF-Doku-Fiction «Generalstreik 1918 – die Schweiz am Rande eines Bürgerkrieges»: Prof. em. Dr. Rudolf Jaun, Historiker, Universität Zürich und Prof. Dr. Margrit Tröhler, Filmwissenschaftlerin, Universität Zürich.

Donnerstag, 25. Oktober 2018, Schweizerisches Sozialarchiv, Medienraum:
Der Landesstreik – Zentralereignis und Zankapfel der modernen Schweizer Geschichte
Weiterbildungskurs der Universität Zürich für Lehrerinnen und Lehrer an Maturitätsschulen-> Anmeldung unter www.weiterbildung.uzh.ch/programme/wbmat_index.php (Sozialarchiv, mit Christian Koller).

Ausstellung «Landesstreik 1918», Landesmuseum Zürich, 2. November 2018 – 20. Januar 2019. Einführung in die Ausstellung für Lehrpersonen: Mittwoch, 14. November 2018, 17-18 Uhr, mit Magdalena Rühl (Landesmuseum) und Christian Koller (Schweizerisches Sozialarchiv) Anmeldung unter:
www.nationalmuseum.ch/d/zuerich/schulen.php 03.03.2018 – 30.12.2018

«Der Landesstreik von 1918 in Baden»: Vortrag des Historikers und Geschichtslehrers Patrick Zehnder. Freitag, 9. November 2018. Das Historische Museum Baden lädt ein, Eintritt frei.

Zentraler Jubiläumsanlass 100 Jahre Landesstreik, 10. November 2018, 14-17 Uhr, in der alten SBB-Hauptwerkstätte Olten, Gösgerstrasse 46-60. Anmeldung über:
www.generalstreik.ch – Der Jubiläumsanlass

Grosse Veranstaltung mit Festwirtschaft, 17. November, 17 Uhr Alte Fabrik Rapperswil. SP, Gewerkschaften und weitere. Es sprechen: SGB-Präsident Paul Rechsteiner und Barbara Gysi, Präsidentin des St. Galler Gewerkschaftsbunds.

Do 22. November 2018, 18.30-20.30 Uhr: Es wird gefordert: gerechtere Verteilung der Lasten! Kurzvorträge und Diskussion mit: Dr. Adrian Zimmermann, Dr. Bernhard Degen, Dr. Patrick Halbeisen.

Zum Jubiläum im Herbst veranstaltet die Association pour l’étude de l’histoire du mouvement ouvrier (AEHMO) und das Neue Museum Biel eine Tagung zum Landesstreik.


 

1 Das neue Lehrmittel für die Sekundarstufe I, «Zeitreise», Bd. 2, Baar 2017, das auf die Lernziele des Lehrplans 21 abgestimmt ist, widmet dem Thema 4 Seiten; «Gesellschaften im Wandel. Geschichte und Politik», Sekundarstufe I, Zürich 2017, 2 Seiten; «Die Schweiz und ihre Geschichte», Zürich 2007, 4 Seiten; «Durch Geschichte zur Gegenwart», Bd. 3, Zürich 2015, 8 Seiten; «Das Schweizer Geschichtsbuch», Bd. 4 (Bd. 3/4, Sekundarstufe II), Berlin 2011, 9 Seiten; «Die Geschichte der Schweiz», Sekundarstufe II, Berlin 2002, 6 Seiten; die Quellensammlung «Das Werden der modernen Schweiz», Bd. 2, Basel-Stadt/Luzern 1989, 14 Seiten.

2 Vgl. dazu die Schrift der Eisenbahnerverbände des Platzes Luzern «An das Schweizer Volk! Tatsächliches zum Landesstreik vom 12. bis 14. November 1918», Bern 1918, S. 5f. (Schweizerisches Sozialarchiv 335 79a-17)

3 Vgl. dazu Elisabeth Joris/Beatrice Schumacher, «Helfen macht stark. Dynamik im Wechselspiel von privater Fürsorge und staatlichem Sozialwesen». In: Roman Rossfeld/Thomas Buomberger/Patrick Kury (Hg.), 14/18 – Die Schweiz und der Grosse Krieg, Baden 2014 (Hier und Jetzt, Verlag für Kultur und Geschichte), S. 316-335.

4 Seit der Publikation von Willi Gautschi, Der Landesstreik 1918, Zürich/Einsiedeln/Köln 1968 (Benziger Verlag) ist dies wissenschaftlicher Konsens.

5 Die Armee hatte am 14. November in Grenchen noch nach Abbruch des Generalstreiks drei friedlich demonstrierende Arbeiter erschossen.

6 «Spuren suchen. Ein Leitfaden für historische Projektarbeit und -präsentation». Erarbeitet und präsentiert vom schweizerischen Geschichtswettbewerb HISTORIA. www.ch-historia.ch
«Ziel des Wettbewerbs ist es, Jugendliche aus der ganzen Schweiz zu eigenständiger und kritischer Auseinandersetzung mit ihrer Vergangenheit anzuregen. Durch selbständiges Forschen in der familiären oder regionalen Geschichte soll die Freude an der Geschichte und das Geschichtsbewusstsein gefördert werden. Indem der Geschichtswettbewerb landesweit und dreisprachig durchgeführt wird, soll er auch zu Austausch und Begegnung Anlass geben und somit den schweizerischen Zusammenhalt fördern.» Ebd. S. 1 – HISTORIA ist Mitglied des europäischen Geschichtswettbewerbsnetzwerks eustory, das die Erforschung der eigenen Geschichte, der Lokal- und Regionalgeschichte in einen weiteren, internationalen Zusammenhang zu stellen nahelegt und die transnationale Kommunikation der jungen GeschichtsforscherInnen fördert.

7 Vgl. dazu: Vania Alleva/Andreas Rieger (Hg.), Streik im 21. Jahrhundert. Zürich 2017, Rotpunktverlag.

 


Foto oben:

Blockierung von Zügen in Biel während des Generalstreiks am 12. November 1918.

Archiv Schweizerischer Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV), heute Gewerkschaft des Verkehrspersonals, Bern.

 

 

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