Sunday, 9. June 2019, 0:14 156003927912Sun, 09 Jun 2019 00:14:39 +0200, Posted by admin1 in Heft 212, HOME, 0 Comments

vpod bildungspolitik 212


Digitalisierung

Mehr zum Thema ...

Saturday, 8. June 2019, 21:58 156003108009Sat, 08 Jun 2019 21:58:00 +0200, Posted by admin1 in 2 Column, Heft 212, 0 Comments

inhalt 212


Digitalisierung – Herausforderung für den Schulunterricht


Die Digitalisierung verändert das Lehren und Lernen an den Schulen. 
Welche Konzepte und Ressourcen braucht es für die Unterrichtsenwicklung?

04 Schule der Zukunft
Ein Besuch an der EDUZIS-Schule Seehalde in Niederhasli. 

07 In den Schulen angekommen
Wie können digitale Werkzeuge und Materialien sinnvoll im Unterricht eingesetzt werden?

09 Von Beginn an digital
Ein Gespräch mit dem Sekundarschullehrer und digital native Jan Kirchmayr.

10 Ruedi Lamberts Wandtafel

Hochschule

12 20 Jahre Bologna
Studieren unter dem Bologna-System. Ein Erfahrungsbericht.

Pflichtlektion Zürich

15 – 18  Das Mitgliedermagazin der Sektion Zürich Lehrberufe

Aktuell

11 Zuschriften und Medienschau 

19 Was man aus Büchern lernen kannDie Kolumne des Vereins für eine Schule ohne Selektion VSoS.

20 Geflüchteten Jugendlichen Lehrabschlüsse erlauben
Ein Aufruf gegen Ausschaffungen während der Berufslehre.

Film, Bücher, Kurse

22 Die Steinsuppe
Ein Film über Essen als Gemeinschaftserlebnis.

24 Krisen unserer Welt
Eine neue Kinderbucherie.

25 Nachhilfe in Marxismus
Wie Jean Ziegler seiner Enkelin den Kapitalismus erklärt.

26 Wissensvermittlung und Anregung zum Denken
Terre des Hommes sensibilisiert SchülerInnen zu Kinderrechten und nachhaltiger Entwicklung.

28 Bildungschancen durch soziale Durchmischung
Ein neues Themenheft der Zeitschrift «Hochparterre» zu Quartierentwicklung und Bildung.

Lehrberufe Bern
27 Zweimal nein!

Basel Lehrberufe

29 – 31  Regionalteil beider Basel


Impressum

Redaktion / Koordinationsstelle

Birmensdorferstr. 67
Postfach 8279, 8036 Zürich
Tel: 044 266 52 17
Fax: 044 266 52 53

Email: redaktion@vpod-bildungspolitik.ch
Homepage: www.vpod-bildungspolitik.ch

Herausgeberin: Trägerschaft im Rahmen des Verbands des Personals öffentlicher Dienste VPOD

Einzelabonnement: Fr. 40.– pro Jahr (5 Nummern)
Einzelheft: Fr. 8.–

Kollektivabonnement: Sektion ZH Lehrberufe;
Lehrberufsgruppen AG, BL, BE (ohne Biel), LU, SG.

Satz: erfasst auf Macintosh
Layout: Sarah Maria Lang, Brooklyn
Titelseite Foto: ndanko / photocase.de
Druck: Ropress, Zürich

ISSN: 1664-5960

Erscheint fünf Mal jährlich

Redaktionsschluss Heft 213:
19. August 2019

Auflage Heft 212: 3000 Exemplare

Zahlungen:
PC 80 – 69140 – 0, vpod bildungspolitik, Zürich

Inserate: Gemäss Tarif 2011; die Redaktion kann die Aufnahme eines Inserates ablehnen.

Redaktion
Verantwortlich im Sinne des Presserechts
Johannes Gruber

Redaktionsgruppe
Susanne Beck-Burg, Christine Flitner, Fabio Höhener, Anna-Lea Imbach, Markus Holenstein, Ute Klotz, Ruedi Lambert (Zeichnungen), Thomas Ragni, Martin Stohler, Ruedi Tobler, Peter Wanzenried

Beteiligt an Heft 212
Dieter Blatt, Roland Brunner, Ulrich Burri, Philipp Casula, Sarah Gersbach, Thomas Grossenbacher, Ulrike Kiessling, Carolin König, Katrin Meier, Susi Oser, Michela Seggiani, Béatrice Stucki, Florian Thalmann, Kerstin Wenk, Sybille Zürcher

Mehr zum Thema ...

Saturday, 8. June 2019, 21:20 156002880209Sat, 08 Jun 2019 21:20:02 +0200, Posted by admin1 in Heft 212, 0 Comments

Den geflüchteten Jugendlichen Lehrabschlüsse erlauben!


Es häufen sich die Fälle, dass Behörden abgewiesenen jugendlichen Asylsuchenden verwehren, ihre Ausbildung fortzusetzen, abzuschliessen oder auch nur erst anzutreten. In einigen Kantonen formiert sich Widerstand unter Lehrlingen, Arbeitgebern, Lehr- und Fachkräften sowie Patenfamilien: Ein Aufruf wurde lanciert.

Von Ulrich Burri

Im Mai hat sich eine Gruppe besorgter Bürger und Bürgerinnen aus vielen Landesteilen der Schweiz in Olten getroffen. Die zweisprachige Veranstaltung wurde vom Zusammenschluss «Eine Lehre – Eine Zukunft» aus Lausanne organisiert. Auf deren Initiative hatten sich bereits im Februar 2019 circa 200 Teilnehmende in Lausanne zusammengefunden, wo sie einen Aufruf verabschiedeten. Zwischenzeitlich wurde dieser von über 2200 Menschen unterschrieben. Beidseits der Saane entstanden Medienbeiträge. Der Text und das Unterschriftenformular kann unter www.einelehre-einezukunft.ch als PDF in Deutsch, Französisch und Italienisch heruntergeladen werden.

Vernetzung und Aufbau politischen Drucks

Die Teilnehmenden der Veranstaltung in Olten waren Jugendliche, Arbeitgeber, Lehrpersonen, Pflegeeltern und Vertreter aus bürgerlichen Parteien. Der Anstoss war die Betroffenheit über negative Asylentscheide des Bundesamtes, welche zur Folge hatten, dass Jugendliche eine Lehre abbrechen müssen oder eine zugesicherte Lehre gar nicht erst antreten dürfen. Ziel der Tagung war der Aufbau einer gesamtschweizerischen Vernetzung von Menschen, die sich politisch für die geflüchteten Jugendlichen engagieren möchten. Am Treffen wurden diverse Einzelschicksale aus Sicht von betroffenen Pflegeeltern sowie Arbeitgebern vorgestellt. Jugendliche mussten ihre Lehre abbrechen und von zum Teil selbst finanzierten Individualunterkünften in Kollektivunterkünfte umziehen. Es gab Fälle, in denen der negative Asylentscheid eine Woche nach der Lehrantrittsbewilligung eintraf.

Die meisten der von Lehrabbrüchen Betroffenen sind Geflüchtete aus Eritrea, aus dem Tibet, Iran, Irak, Afghanistan und Syrien. Für diese ist eine gewaltsame Rückschiebung in ihr Heimatland für längere Zeit unrealistisch, was auch die momentane Politik so sieht.

Im Zentrum des Engagements für diese Jugendlichen muss der Aufbau politischen Drucks stehen, um durchzusetzen, dass diese ihre Lehre abschliessen oder antreten können. Die Vielfalt der am Treffen Teilnehmenden aus verschiedenen Kantonen und Bereichen der Zivilgesellschaft ermöglicht eine breit abgestützte Vernetzung. Gegenwärtig gibt es hunderte von Gruppen mit ähnlichen Stossrichtungen; diese gilt es zusammenzuführen. Die Vernetzung hat noch viel Luft nach oben! Ein jeder kann in seinem Einflussbereich Menschen, Gruppen oder Medien mittels Kontaktaufnahme, Beiträgen, Leserbriefen usw. ansprechen. Von jungen Menschen wurde zudem auf die sozialen Medien als Kommunikationskanäle hingewiesen.

Zynische Willkür

Persönlich möchte ich anfügen, dass die aktuelle Situation unbefriedigend ist. Die individuellen Anhörungen werden teils sehr chaotisch gehandhabt. Die sogenannte und angebliche «Unglaubwürdigkeit», auf der viele Ablehnungen basieren, hängt oftmals mehr von der Qualität des Übersetzers, als von der individuellen Situation eines Asylsuchenden ab. Viele Übersetzer stammen aus der ersten Generation eritreischer Flüchtlinge, welche das aktuelle Regime unterstützen und kein Verständnis für die heutigen Fluchtgründe ihrer Landsleute aufbringen.

Der Status «F – Vorläufig Aufgenomme» ist explizit für Asylsuchende mit abgelehnten Anträgen gedacht, die aus Ländern stammen, in welche auf absehbare Zeit keine Rückschaffungen möglich sind, da die Rechtslage vor Ort unsicher ist. Ein Bundesrat, der die Migrationsfrage besonders bewirtschaftet, wird mit den Worten zitiert «Wenn sie schon hier sind, sollen sie auch arbeiten». Der Begriff «Erhaltung der Rückkehrfähigkeit» als Begründung für die Verweigerung einer Arbeit oder Lehre und somit die Abschiebung in die Nothilfe scheint mir sehr zynisch. Viele der Betroffenen haben sich um eine Integration bemüht und zum Teil schon als UMA (unbegleitete minderjährige Asylsuchende) gute Sprach- und Landeskenntnisse erworben sowie sich um Arbeit oder eine Lehrstelle bemüht. In der Statistik werden sie jedoch unfairerweise als «noch immer in der Sozialhilfe» aufgeführt.

Veränderung durch Wahlen

Um politisch etwas bewirken zu können, müssen wir im Herbst ein anderes Parlament wählen! Dabei hoffe ich auf eine hohe Stimmbeteiligung. Wenn alle Stimmbürgerinnen und Stimmbürger, welche der Meinung sind «Die da oben machen ja doch, was sie wollen», wählen gehen, könnten die da oben nicht mehr «machen, was sie wollen». Versuchen wir doch alle Bekannten und Verwandten an die Urne zu bringen, um für geflüchtete Jugendliche eine grosszügigere Vergabe des «Status F» oder der Anerkennung als «Härtefall» zu erwirken. Dies, damit sich Legalität und Gerechtigkeit wieder etwas annähern.

Für eine Kräfteverschiebung nach den Parlamentswahlen im Herbst brauchen wir eine möglichst grosse Wahlbeteiligung, um so die Chancen auf einen Wandel zu erhöhen. 

Bis im Herbst an der Urne!  

Ulrich Burri, ist Diplomingenieur ETHZ und lebt in Biel.


VPOD-TAGUNG

Der VPOD veranstaltet am 7. September 2019 in Bern die Tagung «Geflüchtete – Bildung, Integration und Emanzipation», an der wir eine kritische Bestandsaufnahme der aktuellen Situation von Geflüchteten und von deren Bildungsmöglichkeiten vornehmen. Gemeinsam werden wir dort Forderungen an die Politik erarbeiten, wie das Recht auf gleichwertige Bildung für alle durchgesetzt und die Diskriminierung von Geflüchteten verhindert werden kann.

Weitere Informationen und Anmeldungen unter:

http://www.vpod.ch/fachtagung-gefluechtete-bildung


Der Aufruf, dass die jungen abgewiesenen Asylsuchenden ihre Lehre fortsetzen und beenden dürfen, kann unterzeichnet werden unter:

http://www.einelehre-einezukunft.ch

Zusätzliche Links zu Mitorganisatoren:
www.giveahand.ch
www.eritreischer-medienbund.ch
www.emk-schweiz.ch

Mehr zum Thema ...

Friday, 7. June 2019, 23:35 155995052711Fri, 07 Jun 2019 23:35:27 +0200, Posted by admin1 in Heft 212, 0 Comments

In den Schulen angekommen


Digitale Werkzeuge und Materialien schaffen im Unterricht neue Möglichkeiten. Dies ist bereichernd, aber neben allen Veränderungen bleibt doch auch vieles gleich.


Von Katrin Meier

Vor nicht allzu langer Zeit standen die Fragen im Zentrum: «Braucht jede Schülerin und jeder Schüler ein eigenes Tablet?» oder «Gehören Medien und Informatik in die Lektionentafel?» Heute ist im Kanton Zürich mit der Umsetzung des Lehrplan 21 das Fach Medien und Informatik in – und ab Sommer 2019 ab – der 5. Klasse fixer Bestandteil im Stundenplan und in vielen Gemeinden dürfen Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse einen Schullaptop ihr Eigen nennen, zumindest leihweise bis zum Ende der obligatorischen Schulzeit. Die Digitalisierung ist definitiv in der Schule angekommen.

Hardwarefragen

Teilweise digitalisierte Lehrmittelteile für die Lehrerinnen und Lehrer, Computer für die Schulzimmer und Lernapps für die Schüler-innen und Schüler haben schon länger in den Schulen Einzug gehalten. Nun wird mit den neusten Technologien auf- aber auch schon nachgerüstet, je nach Möglichkeiten der Gemeinden in unterschiedlicher Qualität und Quantität. Mit einiger Skepsis habe ich dieser Entwicklung entgegengesehen. 

Das Bereitstellen der notwendigen Infrastruktur liegt in der Verantwortung der einzelnen Gemeinden, eine Verpflichtung, die insbesondere bei der ICT in Zukunft wesentlich teurer wird. Dies hat zur Folge, dass in den einen Gemeinden – wie beispielweise in der Stadt Zürich für die 5. und 6. Klasse – jedem Kind leihweise ein Tablet oder ein Laptop zu Verfügung gestellt wird, in anderen Gemeinden aber das Prinzip BYOD (Bring Your Own Device) gilt. 

«Bildschirmzeiten in der Schule? Wenn die Kindealle Angebote der Schule nutzen würden, würden sie die zeitlichen Empfehlungen der Ratgeber jetzt schon um das drei- bis vierfache übersteigen […]» 

BYOD bedeutet, dass die Schülerinnen und Schüler ihre eigenen mobilen Computer wie Smartphones, Notebooks oder Tablets in die Schule mitbringen, um damit zu arbeiten und zu lernen. Auch wenn vorab die wichtigsten Fragen betreffend Sicherheit oder Trennung von privaten und schulischen Daten geklärt werden, wiegt der eine Vorteil, dass die Kinder und Jugendlichen so auf den ihnen schon bekannten Geräten arbeiten können, die vielen Nachteile aus meiner Sicht nicht auf. Ich stelle mir vor, wie die Schülerinnen und Schüler auf ihren Smartphones Texte schreiben oder formatieren: Auch wenn ihre jungen Augen noch um ein Vielfaches besser sind als meine, ist die Anwendung von Textverarbeitungsprogrammen auf so kleinen Bildschirmen nicht gerade sinnvoll. Ich kenne natürlich auch Lernapps, welche problemlos auf einem Handy anwendbar sind. Trotzdem ist mir die Vorstellung, dass in meinem Schulzimmer mehrere verschiedene Betriebssysteme aktiv sind, die ich, sollten sie nicht funktionieren, zum Laufen bringen sollte, nicht geheuer.

Das Hauptargument, welches gegen BYOD spricht, ist aber der im Volksschulgesetz festgehaltene Grundsatz, dass die Volksschule unentgeltlich ist. Auch wenn den Kindern, die kein Gerät von zu Hause mitbringen können, eines zu Verfügung gestellt wird, werden sich Eltern unter Druck gesetzt fühlen. Wer will denn nicht das beste und neuste mobile Gerät für sein Kind? Oder umgekehrt gefragt: Welches Kind möchte mit dem allenfalls etwas langsamen, leicht veralteten Computer der Schule lernen? 

Durch meine Arbeit an einer altersdurchmischten Mittelstufe bin ich ab dem kommenden August in der komfortablen Lage, dass immer etwa zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler ein geliehenes Tablet besitzen. In diesem Jahr besitzen erst die Schülerinnen und Schüler der 5. Klasse, also ein Drittel, ein eigenes, diese werden zum Glück von den Fünftklässlerinnen und -klässlern mit den Kindern der ganzen Klasse geteilt, so dass wir auch jetzt schon meistens genügend Geräte zu Verfügung haben. Im Gegensatz zu vor einem Jahr bin ich heute der Meinung, dass das Verhältnis Computer zu Kind mit 1:1 natürlich toll wäre, dass es aber mit 2:1 ebenfalls reichen würde. Ich hätte jedenfalls lieber pro zwei Kinder ein hochwertiges Tablet, also Qualität statt Quantität!

Bildschirmzeit begrenzen

Von Fachkräften wird Eltern empfohlen, mit ihren Kindern Bildschirmzeiten festzulegen, also gemeinsam abzumachen, wie lange das Kind pro Tag oder in der Woche am Bildschirm sitzen darf. Wenn man sich nach den Empfehlungen diverser Ratgeber richtet, dürfen Kinder im Primarschulalter zwischen 30 bis 60 Minuten täglich erst einmal TV und die dazugehörenden Webseiten von Fernsehsendern auf dem Computer nutzen, ab dem Alter von zehn Jahren kommen Smartphone, Spielkonsole oder Tablet dazu. Wenn diese Angaben für zu Hause sinnvoll sind, und davon gehe ich aus, haben die Schulen mit diesen Werten ein Problem: mit den neuen Lehrmitteln sind die Schülerinnen und Schüler in vielen Fächern während der Schulzeit und den Hausaufgaben ebenfalls am Bildschirm. Am Beispiel des neuen Lehrmittels «Dis Donc!» im Fach Französisch lässt sich bestens aufzeigen, was unsere Schülerinnen und Schüler alles am Bildschirm machen können. Zu fast jeder Seite im Schüler_innenbuch findet sich in der digitalen Ausgabe des Lehrmittels zusätzliches Material. Hier können die Kinder Texte und Verse hören und mitlesen, Filme ein zweites Mal schauen, zu jeder einzelnen Kompetenz mindestens eine Online-Übung lösen, Lieder anhören und mitsingen, mittels Spielen Wörtchen lernen und zum Schluss können sich die Schülerinnen und Schüler mit dem «Bilan électronic» auf die Lernzielkontrolle vorbereiten. Diese Angebote sind eine tolle Ergänzung zum gedruckten Lehrmittel, keine Frage, über die Menge hingegen lässt sich diskutieren. Eine Nebenerscheinung der Digitalisierung der Lehrmittel: Übereifrige Eltern können sich sämtliche Arbeitsblätter und Lernspiele zum zusätzlichen Üben auch zu Hause ausdrucken. 

Aber nicht nur Französischübungen zum vorher gemeinsam erarbeiteten Schulstoff, sondern auch Kopfrechnen im individuell gewählten Zahlenraum, Tutorials im Fach Natur, Mensch, Gesellschaft oder das Englischwörtchenlernen mit Quizlet erfolgt am Computer. Logischerweise sind die Schülerinnen und Schüler auch während den Lektionen im Fach Medien und Informatik die meiste Zeit an den Screens, denn die «Unplugged»-Lektionen machen nur einen kleinen Teil der Lektionen aus, und auch das fächerübergreifende Arbeiten an den digitalen Kompetenzen erfolgt sinnvollerweise an den Tablets. Bildschirmzeiten in der Schule? Wenn die Kinder alle Angebote der Schule nutzen würden, würden sie die zeitlichen Empfehlungen der Ratgeber jetzt schon um das drei- bis vierfache übersteigen, obwohl die neuen, digitalen Lehrmittel erst am Entstehen sind!

Unterstützen, aber nicht ersetzen

Natürlich sehe ich in den digitalen Werkzeugen und Materialien viel Positives! Einiges an Arbeit, insbesondere beim Individualisieren von Aufgaben und Lernwegen, wird mir als Lehrerin vereinfacht. Die Schülerinnen und Schüler können ihr Tempo sowie den Schwierigkeitsgrad und die Art der Aufgaben selbst auswählen. Tutorials können jederzeit und immer wieder zum Lernen oder Repetieren angeschaut werden. Die Schülerinnen und Schüler eignen sich digitale Kompetenzen an, welche in der Berufswelt je länger je mehr gefragt sind und dass Lehren und Lernen vermehrt multimedial stattfindet, ist ebenfalls eine klare Bereicherung.

Mit Lernlupe auf der Primarstufe sowie dem Stellwerk und dem darauf aufbauenden Lernpass auf der Sekundarstufe haben zwei weitere computerunterstütze Lernsysteme die Schule fest im Griff. Stellwerk und Lernlupe überzeugen mit ihren adaptiven Aufgaben – beim korrekten Lösen der Aufgabe wird die darauffolgende Aufgabe schwieriger, bei falschen Antworten werden die Fragen einfacher. Eigentlich grossartig…. nein, nicht eigentlich, zum Lernen sicher gut geeignet. Aber helfen mir die Punktzahlen am Schluss beim Beurteilen der Schülerinnen und Schüler? Was ich mit Sicherheit weiss, ist, dass es keinen Algorithmus gibt, welcher einen Text interpretieren und beurteilen kann, dazu braucht es nach wie vor eine Leserin, welche den Text deutet und der Autorin oder dem Autor Rückmeldungen und Tipps für die Weiterarbeit gibt. Ich werde also auf keinen Fall überflüssig, als Lehrerin und Bezugsperson taugt der PC nämlich nicht, er kann mich nicht ersetzen, aber unterstützen.

Keep cool

Gelehrt haben mich das erste Jahr mit den eigenen Tablets für die Schülerinnen und Schüler und mit dem Fach Medien und Informatik, dass ich Neues in aller Ruhe auf mich zukommen lassen kann. Vieles regelt sich von selbst: die anfängliche Faszination der eigenen Tablets hat sich schon rasch gelegt. Zu Beginn waren die Tablets in den Pausen kaum mehr von den Pulten wegzudenken, unterdessen verschwinden viele in ihren Hüllen und tauchen nur vereinzelt zwischen Fussball spielen, Bücher (keine e-books!) lesen, miteinander spielen und plaudern in der unterrichtsfreien Zeit auf. Im Unterricht sind gemeinsames Musizieren und Lernen, Theaterspielen, Sport und Gestalten immer noch spannende und unterhaltsame Lektionen, da gehört das Programmieren mit Scratch einfach zu einem von vielen Highlights. 

Die Schule im digitalen Wandel – trotzdem ist vieles gleichgeblieben: Wie andere Abmachungen auch gehören Verträge zum «Umgang mit den Tablets» gemeinsam im Klassenrat erarbeitet und verschriftlicht. Inhaltlich stehen zum Schluss in etwa die gleichen Punkte drauf, wie beispielsweise auf den vorgedruckten Verträgen der Stadt Zürich. Der grosse Unterschied: Die Schüler-innen und Schüler kennen die partizipativ formulierten Regeln und verstehen sie auch, nicht nur sprachlich… die Regeln sind für die Schülerinnen und Schüler nachvollziehbar, das Einhalten Ehrensache.

Auch gleichgeblieben ist, dass ich meine Schülerinnen und Schüler auf ihrem Weg zu selbständigen, interessierten und in vielen Dingen kompetenten Jugendlichen begleiten und unterstützen darf. Neu kommt die Medienkompetenz hinzu, zu welcher drei Grundpfeiler gehören. Als erstes müssen die Schülerinnen und Schüler Medien kennen. Auch zukünftig sowohl Printmedien als auch elektronische Medien und sie müssen deren vielseitige Nutzungsmöglichkeiten kennen: sich austauschen, lesen, sich mitteilen, sich und andere informieren, spielen oder hören. Der zweite Grundpfeiler ist Medien verstehen. Kinder und Jugendliche müssen verstehen, wie Daten übertragen werden, sie müssen sich eine Basis an technischem Wissen erarbeiten. Die Schülerinnen und Schüler sollen verstehen, wo ihre Daten überall zu finden sind oder auftauchen können. Der dritte Pfeiler ist Medien beurteilen: Schülerinnen und Schüler müssen lernen, ihre diversen Quellen für Informationen kritisch zu hinterfragen, sie sollen ihren Medienkonsum beurteilen können und wissen, wie sie ihre eigenen Daten verwalten und diese – und somit auch sich selber – sichern können. Medien kennen, verstehen und beurteilen: Je besser und je früher diese drei Punkte besprochen, diskutiert und angewendet werden, desto besser können Schüler-innen und Schüler mit Medien bewusst und verantwortungsbewusst umgehen. 

Digitaler Wandel? Das kriege ich hin, ich versuche, ganz gechillt Schritt zu halten!  

Katrin Meier ist Präsidentin der VPOD-Verbandskommission Bildung, Erziehung, Wissenschaft und der Sektion Lehrberufe Zürich. Sie arbeitet als Primarschullehrerin in Zürich. 

Mehr zum Thema ...

Friday, 7. June 2019, 17:39 155992919105Fri, 07 Jun 2019 17:39:51 +0200, Posted by admin1 in Heft 212, 0 Comments

Schule der Zukunft


An den EDUZIS-Schulen im Kanton Zürich haben alle SchülerInnen ein iPad, gelernt wird vermehrt mit Lernsoftware und auf digitalen Lernplattformen.

Von Johannes Gruber

 

Im Februar 2018 hatten wir in dieser Zeitschrift zuletzt einen Schwerpunkt zum Thema «Digitalisierung und Bildung». Als ich mich damals in das Thema einarbeitete wurde mir klar, dass sich unser Bildungssystem zu Beginn eines fundamentalen Wandels befindet, das Kulturpessimisten als Anfang vom Ende der Bildung, fortschrittliche Denker dagegen als Beginn eines emanzipatorischen Prozesses begreifen.1 Vor gut einem Jahr hatte ich leider keine Möglichkeit, an einer Schule vor Ort selbst den aktuellen Umgang mit iPads, Lernsoftware und digitalen Medien im Unterricht kennenzulernen. Doch begegnete ich an einer Medienkonferenz von economiesuisse Sandra Monroy, Schulpflegepräsidentin der Sekundarschulgemeinde Niederhasli Niederglatt Hofstetten (EDUZIS), Kanton Zürich, die mich ans Schulhaus Seehalde in Niederhasli einlud, um dort einen Schulunterricht kennenzulernen, der hinsichtlich Digitalisierung auf der Höhe der Zeit ist.

Das Schweizer Fernsehen kam mir jedoch zuvor, im März 2019 berichtete die Sendung «Kulturplatz» über eben diese Schule. In der Reportage wurde gezeigt, wie an der Seehalde neue Formen des Lernens erprobt und ihre SchülerInnen auf die Herausforderungen der modernen Berufswelt vorbereitet werden. Alle SchülerInnen erhalten am ersten Schultag der Sekundarstufe 1 einen iPad zur Verfügung gestellt. Das Lernen erfolgt zu einem grossen Teil auf digitalen Lernplattformen, auf denen sie z.B. Arbeitsblätter bearbeiten und unmittelbar ein Feedback von der Lehrperson bekommen.

Was es braucht und wie die Schule dazu kam

Als wir2 im Mai 2019 schliesslich das Schulhaus Seehalde besuchen, empfangen uns Schulpflegepräsidentin Sandra Monroy, Schulleiter Marco Stühlinger und Schüler Christof. In seiner Präsentation stellt uns der Schulleiter die Arbeitsweise der EDUZIS-Schulen vor. Es wird deutlich, dass es um mehr geht als einfach nur um Computer und iPads. Damit der konsequente Einsatz technischer Geräte und innovativer Lernsoftware im Unterricht auch die gewünschte Wirkung zeigt, braucht es, so Marco Stühlinger, nicht nur ein umfassendes pädagogisches Konzept, sondern auch eine technische Infra-struktur wie ein schnelles, leistungsfähiges Internet, Ressourcen für die Wartung der Geräte und technischen Support. So ist für die EDUZIS-Schulen ein technischer ICT-Supporter (100%) und ein pädagogischer ICT-Supporter (Teilzeit) zuständig. Notwendig sind vor allem aber auch digitale und didaktische Kompetenzen der Lehrpersonen.

Seitdem es im Herbst 2012 zu einem Wechsel der Schulleitung und zu Zugängen im Lehrpersonenteam gekommen war, fand in Niederhasli ein kontinuierlicher Schulentwicklungsprozess statt. Gemeinsam setzten sich die Lehrpersonen mit den Grundlagen von Lernen und Motivation auseinander und entwickelten innovative Lernsettings. Mit dem Schuljahr 2013/14 erfolgte nicht nur die Ausrüstung aller SchülerInnen mit iPads, sondern auch die Auflösung der alten Klassenstrukturen und die Einführung von altersdurchmischten Gruppen. Gleichzeitig war die Einführung von Lernatelierstrukturen ein entscheidender Schritt. Acht bis zwölf Lektionen, also ein Viertel bis ein Drittel ihres Unterrichts, arbeiten die SchülerInnen selbständig an ihrem Arbeitsplatz im Lernatelier, das in der Seehalde «Office» genannt wird. Nach der Präsentation des Schulleiters führt uns der Schüler Christof ins Office und erläutert uns dessen Funktionsweise. Im Lernatelier werden selbständig Aufgaben gelöst, allein oder in Kleingruppen. Immer ist jedoch auch eine Lehrperson anwesend, die bei Bedarf unterstützen kann. Beides zusammen sei wichtig, so Christof, dass das Office selbstbestimmtes Arbeiten vorsehe, aber auch, dass dort Lehrpersonen immer ansprechbar sind.

 

«Acht bis zwölf Lektionen, also ein Viertel bis ein Drittel ihres Unterrichts, arbeiten die SchülerInnen selbständig an ihrem Arbeitsplatz im Lernatelier […]»

 

Insgesamt wird an der Seehalde ein Mix aus innovativen und konventionellen Lernformen angeboten: Während der restlichen 22-26 Lektionen besuchen die SchülerInnen den Fachunterricht. Wie Sandra Monroy in der erwähnten Fernsehreportage feststellt, ist der Unterricht an der Seehalde weniger Ausdruck eines anderen Schulmodells, als vielmehr Resultat einer Haltungsänderung, des Bemühens von Lehrpersonen und politisch Verantwortlichen, Schule zeitgemäss zu gestalten. Vieles wird in einem solchen Projekt neu gedacht und verändert, die klassische Unterrichtssituation des 19. Jahrhunderts, der standardisierte Frontalunterricht, Unterricht nach Lehrbuch werden so teilweise überwunden oder zumindest sinnvoll ergänzt. Doch nicht alles ändert sich mit dem Einsatz digitaler Medien, auch die Vermittlung künstlerischer, musischer, handwerklicher und sportlicher Fähigkeiten hat nach wie vor ihren festen Platz im Lehr- und Lernalltag der Seehalde.

 

Kommunikations- und Lernformen kein Selbstzweck

Die Kommunikation mit SchülerInnen und Lehrpersonen erfolgt an der Schule über Beekeeper (Chats, Gruppenchats, Postings). Zusammenarbeit findet oftmals via Google-Apps auf Google Drive statt, Lehrmittel und Lerndossiers sind über «itunesU» und «ibooks» zugänglich. Über die Lernplattform EDULO können von den Lehrpersonen Übungen erstellt und geteilt werden, gleichzeitig ist diese auch eine Datenbank für und mit Übungen. Diese Übungen sind ein Beitrag zur Individualisierung des Lernens: Mittels automatischer Korrekturen wird der Leistungsstand jedes einzelnen Schülers und jeder Schülerin abgebildet und sodann zusätzlich spezifisches Material zur Verfügung gestellt. Im Unterricht werden Lernfilme, Verknüpfungen und Apps eingesetzt. Um die Medienkompetenz der SchülerInnen zu fördern, werden Social Media nicht nur angewendet, sondern sind auch Gegenstand des Unterrichts und werden kritisch reflektiert.

 

«Um tatsächlich die Lernerfolge zu vergrössern, müssen die ICT auch den Unterricht in Methode, Stil und Aufbau verändern.»

 

Doch die blosse Verfügbarkeit von Informations- und Kommunikationstechnik allein hat nicht automatisch eine positive Auswirkung auf die Kompetenzen von SchülerInnen. Im Gegenteil bestehe die Gefahr, so Marco Stühlinger, dass ICT zwar die herkömmliche Lerntechnik ersetzt, aber eine unzulängliche Anwendung der neuen Technologien zu schlechteren Resultaten als der herkömmliche Unterricht führt. Um tatsächlich die Lernerfolge zu vergrössern, müssen die ICT auch den Unterricht in Methode, Stil und Aufbau verändern.

Dass technologische und methodische Innovationen wie das «selbstregulierte Lernen» kein Selbstzweck sind, wird auch auf der Homepage der EDUZIS-Schulen ausgeführt, auf der ausführlich die Organisation, das pädagogische Konzept wie auch das didaktische Instrumentarium dargestellt werden. Links zu Ausführungen des Erziehungswissenschaftlers John Hattie wie auch zu den Soziologen Niklas Luhmann und Heinz Bude deuten darauf hin, wie intensiv und grundlegend die Beschäftigung mit Schulentwicklung an den EDUZIS-Schulen gewesen sein muss. Hinsichtlich des Verständnisses von schulischem Lernen wird auf den Text «Möglichkeiten und Grenzen selbstregulierten Lernens in der Schule»3 des Zürcher Erziehungswissenschaftlers Jürgen Oelkers verwiesen. In diesem betont der Autor, wie wichtig es sei, bei jeder Innovation die konkreten Erfahrungen zu berücksichtigen und ein methodisches Dogma zu vermeiden. Der Text liest sich streckenweise wie eine unmittelbare konzeptionelle Fundierung der EDUZIS-Schulen:

«Die Internetrevolution wird in wenigen Jahren auch die Formen des Lehrens und Lernens in öffentlichen Schulen grundlegend verändern. Lernen mit Smart Boards, elektronischen Plattformen und in Laptop-Lernumgebungen sind bereits heute in nicht wenigen Schulen Praxis. Die Lehrmittel werden sich in elektronische Aufgabenkulturen verwandeln, die mit Rückmeldesystemen verbunden sind. Die Schülerinnen und Schüler lernen nach individuellem Tempo und damit auch unabhängig von einem schulisch vorgegebenen Zeittakt. Die Lernfortschritte werden dokumentiert und transparent gemacht, das gilt ebenso für die von den Schülerinnen und Schülern angefertigten Produkte.» (Oelkers, 20)

 

Sozialer Selektivität entgegenwirken

Jürgen Oelkers verweist in seinem Text auch darauf, dass von den SchülerInnen selbst regulierte Lernformen dazu tendieren, herkunftsbedingte Ungleichheiten zu reproduzieren und weiter zu vergrössern. Während SchülerInnen aus «bildungsnahen» Elternhäusern oftmals bereits von Beginn an die entsprechenden Kompetenzen und die Motivation mitbringen, ihre Lernprozesse selbst zu steuern, fällt dies unterprivilegierten Kindern und Jugendlichen ungleich schwerer. Um dem entgegenzuwirken und die produktiven Aspekte der offenen Lernformen zu nutzen ohne die soziale Selektivität mit diesen zu vergrössern, braucht es durchdachte Lernsettings. Nach eigenem Bekunden arbeiten die EDUZIS-Schulen an solchen «Lernsettings in Fach- und pädagogischen Teams, um unseren Lernenden ein optimales Lernen im 21. Jahrhundert zu ermöglichen […] Wir sind auf dem Weg, setzen um, analysieren, verbessern und lernen.»4

Ebenfalls auf der Homepage aufgeschaltet ist ein Film des Lehrers Davide Carls, in dem verschiedene SchülerInnen befragt werden, wie sie ihre Schule finden. In der Tendenz besonders von diesen geschätzt werden die Freiheiten beim Lernen im Office, aber auch die Instrumentarien wie zum Beispiel das Lernbuch und die Agenda, mit denen die SchülerInnen ihr Lernen steuern und kontrollieren können. So verweist eine Schülerin, darauf, dass die von den SchülerInnen selbst vorgenommene Dokumentation ihres Lernstands mittels «Kann-Liste» es den Lehrpersonen ermögliche, bei Bedarf gezielt zu helfen. Auch die Möglichkeit in Fachberatungen oder in Coaching-Gesprächen individuellen und direkten Austausch mit den Lehrpersonen zu haben, wird von den SchülerInnen für sehr wertvoll befunden.

 

Kein Abschluss ohne Anschluss

Besondere Aufmerksamkeit widmen die EDUZIS-Schulen auch dem Übertritt an weiterführende Schulen oder in die Berufslehre. Die Quote für den Übertritt an das Gymnasium und die Berufsmaturitätsschule liegt zusammengenommen bei circa acht bis zehn Prozent. Erst unlängst wurden die Vorbereitungs- und Förderkurse der Schule optimiert. Sandra Monroy ist der Ansicht, dass auch die Neuausrichtung in diesem Bereich für die höheren Erfolgsquoten bei den aktuellen Aufnahmeprüfungen verantwortlich ist: So haben 2019 zwölf der 18 Schülerinnen und Schüler, die die entsprechenden Vorbereitungskurse besucht haben, auch die Aufnahmeprüfung zum Gymnasium bestanden, was mit einer Erfolgsquote von 66.6 Prozent deutlich über dem kantonalen Mittel liegt. Auch haben 2019 sieben von 16 Schülerinnen und Schüler, die an den Vorbereitungskursen zur Berufsmaturitätsschule teilnahmen, die BMS-Aufnahmeprüfung bestanden.

Aufgrund dieses Ergebnisses sehen sich die EDUZIS-Schulen, so Sandra Monroy, darin bestärkt, die Prüfungsvorbereitung weiterhin in dieser Form anzubieten. Doch die Übertrittsquoten an BMS und Gymnasium sind nicht die entscheidenden Kriterien für die Qualität einer Schule. Letzlich, und darin sind sich Schulleiter und Schulfpflegepräsidentin einig, gehe es darum, für jede Schülerin und jeden Schüler eine adäquate Anschlusslösung zu finden. Und im Schulbezirk Dielsdorf ist dies traditionell bei vielen Jugendlichen nach wie vor die Berufslehre. 

 


1 Die emanzipatorischen Potentiale des Gebrauchs von digitalen Medien im Unterricht betont etwa Michel Serres (vgl. vpod bildungspolitik 205, «Mit digitalem Knowhow Platons Höhle verlassen», S. 6-7). Ein Beispiel für fundamentalen Kulturpessimismus hinsichtlich methodischer und technologischer Unterrichtsinnvovationen scheint mir das gerade erschienene Buch des Psychiaters Michael Winterhoff, «Deutschland verdummt», darzustellen.

2 Am Besuch der EDUZIS-Schule Seehalde nahm neben mir noch Katrin Meier, Primarschullehrerin und Präsidentin der VPOD-Sektion Lehrberufe Zürich sowie der Verbandskommission Bildung, teil.

3 Download unter: eduzis.ch/unsere-schule/vertiefung/lernen/. Der Text stellt eine Verschriftlichung eines Vortrags in der Schule Moosseedorf am 15. Oktober 2012 dar.

4 Ebd.: eduzis.ch/unsere-schule/vertiefung/lernen/

 

Mehr zum Thema ...

Friday, 19. April 2019, 5:11 155565068005Fri, 19 Apr 2019 05:11:20 +0200, Posted by admin1 in 2 Column, Heft 212, 0 Comments



Das Mitgliedermagazin der Sektion Zürich Lehrberufe
– Lila Wucht – eine Zwischenbilanz
– Die fünfte Ferienwoche kommt
– Ein Tag in der Psychomotoriktherapie
– 10ni-Pause

Regionalteil beider Basel
– Gerät allein reicht nicht
– Ausbau der Digitalisierung an der Volksschule geplant
– Abstimmungsnachlese

Regionalteil Bern

Zweimal nein!
Trügerische Motionen bedrohen die Bildungsqualität Berner Schulen.


bildungspolitik 211
Gleichstellung in Unterricht und Schule
Für bessere Arbeitsbedingungen an der Tagesschule!

bildungspolitik 210
Arbeitsbedingungen Tagesschule
Für bessere Arbeitsbedingungen an der Tagesschule!

bildungspolitik 209
Kinderrechte
Politische Herausforderung und Handlungsbedarf

bildungspolitik 208
100 Jahre Landesstreik
Streik als Thema politischer Bildung.

bildungspolitik 207
«Lasst uns endlich wieder unterrichten!»
Zum Stand der Kampagne des VPOD.

bildungspolitik 206
Gute Tagesschulen für Kinder und Jugendliche
Dialog und Partizipation als Mittel der Schulentwicklung

bildungspolitik 205
Bildung in Zeiten der Digitalisierung
Was es beim Einbezug von Smartphone und Computer im Unterricht zu berücksichtigen gilt.

bildungspolitik 204
Filmbildung
Der Umgang mit Filmen ist Thema im Schulunterricht sowie Gegenstand schulexterner Bildungsangebote.

bildungspolitik 203
Lernen nach der Flucht
Für geflüchtete Jugendliche, die nicht mehr schulpflichtig sind, gibt es zu wenig Bildungsangebote.

bildungspolitik  202
Schule und Demokratie
Bildungspolitische Beiträge zum Kongress «Reclaim Democracy», der vom 2. bis 4. Februar 2017 in Basel stattfand.

Mehr zum Thema ...
http://vpod-bildungspolitik.ch/wp-content/themes/press