Monday, 22. April 2019, 3:04 155590225503Mon, 22 Apr 2019 03:04:15 +0200, Posted by admin1 in 2 Column, Heft 211, 0 Comments

inhalt 211


Gleichstellung in Unterricht und Schule

Das SGB-Motto für den Frauenstreik gilt auch für den Bildungsbereich: Lohn. Zeit. Respekt!

 

04 Geschlechtergerechtigkeit von Lehrmitteln
Viele Lehrmittel vermitteln nach wie vor traditionelle Geschlechterrollen.

07 Hilfreiche Broschüre
Ein Projekt der Westschweizer Gleichstellungsbeauftragten.

09 Wenn Mädchen Platz brauchen
Geschlechterstereotypen spielerisch überwinden.

10 Liegt es an fehlenden Vorbildern?
Die Kolumne des Vereins für eine Schule ohne Selektion VSoS.

11 Selektion kritisch überprüfen
Bei der Berufswahl findet eine starke Geschlechtersegregation statt.

12 Nachzügler Schweiz
Geschlechtsspezifische Ungleichheiten im Wandel.

13 Wie schulischer Erfolg zu beruflichem Misserfolg führt
Die Benachteiligung von Mädchen und Frauen in Bildungssystem und Arbeitswelt besteht fort.

 

 

Lehrberufe Bern

07 Ist Gleichstellung bereits erreicht?
SP-Motion wird im Grossen Rat abgeschrieben.

 

Pflichtlektion Zürich

15 – 18 Das Mitgliedermagazin der Sektion Zürich Lehrberufe

 

Frauenstreik

19 Von der Kritik zur Praxis
Das feministische Leseseminar des VPOD beteiligt sich am Frauenstreik.

20 #encolèretantquilfaudra
Vorbereitungen zum Frauenstreik in der Westschweiz.

22 Anno 1991
Erinnerungen an den ersten Frauenstreik.

 

Aktuell

24 Häusliche Gewalt gegen Kinder
Wie es weiterging – ein Nachtrag zur Nr. 209.

25 Konkrete Vorschläge
Zwei neue Bücher zum Verhältnis von Ökologie, Wirtschaft und Ethik.

26 Danke für den Regen
Ein Film über Wandel und Schutz des Klimas.

28 Globale soziale Ungleichheit und die Rolle der Schweiz
Am 22. Juni findet der Bildungstag im Möslihaus statt.

 

Basel Lehrberufe

29 – 31 Regionalteil beider Basel

vpod bildungspolitik 211, Mai 2019

Impressum

Redaktion / Koordinationsstelle
Birmensdorferstr. 67
Postfach 8279, 8036 Zürich
Tel: 044 266 52 17
Fax: 044 266 52 53
Email: redaktion@vpod-bildungspolitik.ch
Homepage: www.vpod-bildungspolitik.ch
Herausgeberin: Trägerschaft im Rahmen des Verbands des Personals öffentlicher Dienste VPOD
Einzelabonnement: Fr. 40.– pro Jahr (5 Nummern)
Einzelheft: Fr. 8.–
Kollektivabonnement: Sektion ZH Lehrberufe;
Lehrberufsgruppen AG, BL, BE (ohne Biel), LU, SG.
Satz: erfasst auf Macintosh
Layout: Sarah Maria Lang, Brooklyn
Titelseite Foto: Florian Thalmann
Druck: Ropress, Zürich
ISSN: 1664-5960
Erscheint fünf Mal jährlich
Redaktionsschluss Heft 212:
13. Mai 2019
Auflage Heft 211: 3800 Exemplare
Zahlungen:
PC 80 – 69140 – 0, vpod bildungspolitik, Zürich
Inserate: Gemäss Tarif 2011; die Redaktion kann die Aufnahme eines Inserates ablehnen.

Redaktion
Verantwortlich im Sinne des Presserechts
Johannes Gruber

Redaktionsgruppe
Susanne Beck-Burg, Christine Flitner, Fabio Höhener, Anna-Lea Imbach, Markus Holenstein, Ute Klotz, Ruedi Lambert (Zeichnungen), Thomas Ragni, Martin Stohler, Ruedi Tobler, Peter Wanzenried

Beteiligt an Heft 211
Cora Antonioli, Hildegard Hefel, Barbara Hobi, Birgit Henökl-Mbwisi, Elisabeth Joris, Regula Keller, Jana Lindner, Elena Makarova, Ina Müller, Meret Schindler, Rosmarie Schümperli, Michela Seggiani, Tove Soiland, Regina Stauffer, Bettina Stehli, Béatrice Stucki, Eleni Tremp, Daniel Weibel, Nadine Wenger, Kerstin Wenk, Johannes Wimmeder, Sybille Zürcher

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Monday, 22. April 2019, 2:00 155589844302Mon, 22 Apr 2019 02:00:43 +0200, Posted by admin1 in Heft 211, 0 Comments

#encolèretantquilfaudra


Wir sind wütend – solange dies nötig ist! Vorbereitungen für den Frauenstreik in der Westschweiz.

Von Cora Antonioli

Unsere Gewerkschaft VPOD-SSP engagiert sich seit Jahrzehnten für die Rechte von Frauen, für ihre Arbeits- und Lebensbedingungen. Wir tun dies gemeinsam mit den Frauen, an ihrer Seite. Dass dieses Engagement für uns sehr wichtig ist, zeigt sich konkret: Sowohl bei der gewerkschaftsinternen Gleichstellung als auch in den Verhandlungen mit den Arbeitgebern. Vor allem aber in unserer politischen Arbeit. Dass der VPOD von Anfang an eine führende Rolle bei der gegenwärtigen Mobilisierung für den Frauenstreik* gespielt hat, macht deutlich, dass wir uns auch zukünftig weiterhin für die Frauen einsetzen werden.
In den Organisationsbereichen des VPOD-SSP gibt es viele Arbeitnehmerinnen; vielfach bilden die Frauen in diesen sogar die grosse Mehrheit: Insbesondere in Bereichen, in denen die Arbeitsplätze schlecht bezahlt und/oder prekär sind (Kinderbetreuung, Pflege, Gesundheit). Unsere Gewerkschaft ergreift deshalb regelmässig die Initiative, um Verbesserungen für die dort beschäftigten Frauen (und Männer) durchzusetzen. Der VPOD-SSP engagiert sich gerade auch für Arbeitnehmerinnen mit Migrationshintergrund, die oftmals besonders stark prekarisiert sind.

Auf zum Streik am 14. Juni…
Seit dem 14. Juni 1981 schreibt unsere Bundesverfassung vor, dass «Männer und Frauen gleichberechtigt sind» und «das Recht auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit haben». In der Praxis sind wir jedoch von einer tatsächlichen Gleichstellung noch weit entfernt. Weil sie es satthaben, geduldig darauf zu warten, dass sich die Dinge auch nur ein wenig ändern, werden am 14. Juni 2019 in der ganzen Schweiz Tausende von Frauen* streiken, um Gleichheit, Respekt und Solidarität einzufordern.
Da aber eine solch gross angelegte Mobilisierung nicht spontan geschehen kann, treffen sich bereits seit mehreren Monaten regelmässig Frauen*, um sich zu organisieren und zu koordinieren. Seit Beginn der Bewegung spielen die MilizionärInnen und SektretärInnen des VPOD-SSP eine führende Rolle beim Kampf um die Verwirklichung der Gleichstellung: Nicht nur was den Service public betrifft, sondern für alle Arbeitsplätze und alle Lebensbereiche.

Gleichstellung ist auch in den Schulen noch nicht verwirklicht
Was die Geschlechterungleichheit betrifft, so bildet der Bildungssektor keine Ausnahme. Im Kampf um die Förderung der Gleichstellung von Jungen und Mädchen kommt den Schulen jedoch eine Schlüsselrolle zu. Dass wir noch weit von der Realisierung der Gleichstellung entfernt sind, lässt sich beispielsweise an der Darstellung von Frauen in Lehrmitteln erkennen. Zumindest in einigen ist diese weiterhin stereotyp und sexistisch, oft sind Frauen unsichtbar oder sie werden als unterlegen gezeigt. Wenn auch in der Westschweiz den Lehrpersonen der obligatorischen Schule spezielles Unterrichtsmaterial für die Thematisierung der Gleichstellung zur Verfügung steht, so wird dies in der Regel nur von KollegInnen verwendet, die bereits für dieses Thema sensibilisiert sind. Deshalb müssen wir dafür Sorge tragen, dass auch alle Lehrmittel eine Perspektive einnehmen, die Gleichstellung als nötig und wichtig erachtet. Darüber hinaus mangelt es stark an Ressourcen, Hinweisen, Handbüchern etc., die Werke und Leistungen von Frauen sammeln, präsentieren oder auch nur einbeziehen!
Auch andere Probleme müssen noch gelöst werden, so wird zum Beispiel der Unterricht stark geschlechtsspezifisch geprägt, insbesondere in den Fächern mit den meisten Lektionen (Männer unterrichten vor allem Mathematik oder experimentelle Naturwissenschaften, Frauen unterrichten dagegen oft Sprachen usw.). Dies fördert unter den Studierenden die Tradierung von Stereotypen und hierarchisch differenzierten Wertzuschreibungen.
In der beruflichen Bildung spiegelt das Geschlecht der Lehrpersonen die Ungleichheiten in der Arbeitswelt wider: In den technischen Lehren sind in den jeweiligen Branchen die meisten Lehrkräfte Männer, während es in den sozialen oder kommerziellen Lehren mehrheitlich Lehrerinnen hat.

«Auch im Bildungsbereich sind die Berufe, in denen Frauen mehrheitlich vertreten sind, die schlechtest-gestellten.»

Arbeitsbedingungen
Auch im Bildungsbereich sind die Berufe, in denen Frauen mehrheitlich vertreten sind, die schlechtestgestellten: In der Grundschule, in der 85 Prozent des Lehrpersonals Frauen sind, sind die Gehälter am niedrigsten. Am höchsten sind sie dagegen in der Sekundarstufe II, auf der die Lehrerinnenquote bei nicht mehr als 40 Prozent liegt.
Darüber hinaus ist, unabhängig vom Bildungsniveau, Teilzeitarbeit bei Frauen viel häufiger anzutreffen. Dies wirkt sich nicht nur auf die Löhne, sondern auch auf die Renten aus. Was die Aussichten auf Beförderungen betrifft, so sind diese für Frauen ebenso viel schlechter.
Es muss leider immer wieder erwähnt werden, dass Lehrerinnen nach wie vor zu wenig Unterstützung erhalten, wenn sie versuchen, Beruf und Privatleben zu vereinbaren.
Wie so viele andere Frauen sind Lehrerinnen am Arbeitsplatz und in weiteren Lebensbereichen sexistischen Bemerkungen ausgesetzt, bei einigen geht dies bis zur expliziten Belästigung.

Mobilisierung in den Schulen
Vor einigen Monaten hat in vielen Schulen der Westschweiz die Sensibilisierungs-, Informations- und Mobilisierungsarbeit begonnen, je nach Kanton unterschiedlich schnell und mehr oder weniger stark. Über den Erfolg dieser Mobilisierung entscheidet, ob es gelingt, in möglichst vielen Schulen AktivistInnen erfolgreich zu vernetzen und anschliessend dieses Netzwerk weiter auszubauen. Äusserst hilfreich hierfür wäre es, ein branchenspezifisches Argumentarium bereitzustellen, das sich auf die Arbeitsbedingungen und die pädagogische Praxis bezieht. Mit einem solchen könnte das Bewusstsein der Lehrpersonen geschärft und damit so viele Menschen wie möglich dazu bewegt werden, sich für gleiche Arbeitsbedingungen am gleichen Ort zu engagieren.
SSP-Lehrberufe Waadt hat quantitative Daten über den Stand der Gleichstellung gesammelt, zudem hat die Gruppe eine Umfrage unter den Lehrkräften im Kanton gestartet, um weitere Informationen zu bekommen. Beides zusammen soll ermöglichen, einen Überblick über den Stand der Gleichstellung von Männer und Frauen* an den Waadtländer Schulen zu erhalten. Die Umfrage dient darüber hinaus auch dazu, die Befragten zum kritischen Nachdenken anzuregen und so das Netzwerk zu erweitern.

Eine ernsthafte Gefährdung der Streikbereitschaft
Ein Streik an den Schulen ist durchaus denkbar, von den betroffenen KollegInnen wurde im Hinblick auf diesen jedoch schnell ein Punkt als besonders problematisch eingestuft: So könnte die Durchführung von Prüfungen die KollegInnen dazu veranlassen, den Streik abzubrechen. Auf diese Weise würde auch verhindert, dass die Studierenden an der Mobilisierung teilnehmen. Die Gruppe SSP-Lehrberufe Waadt hat deshalb die Initiative ergriffen und einen Brief an die Erziehungsdirektorin gesandt, in welchem sie diese darum bat, die für diesen Tag vorgesehenen Prüfungen zu verschieben. Dem Antrag wurde entsprochen. Später wurde unserem Anliegen auch in den Kantonen Neuenburg und Jura stattgegeben.
Damit dürfte wohl das grösste Hindernis für den Streik beseitigt sein, sodass die KollegInnen nun energisch die Vorbereitungen für den Streik weiter vorantreiben können.


Forderungen, Massnahmen und Eingriffe bis zum 14. Juni
Was die institutionelle Ebene betrifft, so wurden an mehreren Schulen Streikkomitees gebildet. In einigen organisieren sich Frauen und Männer zusammen, in anderen Frauen allein. Die Komitees treffen sich und organisieren im Vorfeld des 14. Juni Versammlungen, Konferenzen, Vorführungen und Gleichstellungstage sowie verschiedene Aktionen an ihren Arbeitsplätzen. Teilweise sind die Veranstaltungen auch offen für Studierende. Die Komitees stellen bereits jetzt Überlegungen an, was genau sie am 14. Juni tun werden und wie die Hauptforderungen an ihren Arbeitgeber lauten. An manchen Orten hat sich inzwischen die Idee eines gemeinsamen Streiks von Frauen* und solidarischen Männern durchgesetzt, sodass dort bereits über die konkreten Aktivitäten nachgedacht wird, die wir am 14. Juni den ganzen Tag über – vom Morgen an bis zur Zeit der Demonstration am frühen Abend – durchführen werden. An anderen Orten fragen wir uns noch, welche Form von Aktionen wir anstreben: Dort schwanken wir zwischen einem echten Streik und Protestaktionen, und überlegen, auf welche Weise wir mehr Lehrpersonen mobilisieren können – und auch welcher Zeitpunkt am besten geeignet ist. Viele Lehrpersonen nutzen den VPOD-SSP, um an ihrer Schule tätig zu werden: Sie treffen sich mit ihren KollegInnen, um über Gleichstellungsfragen zu diskutieren und die Vorbereitungen für den 14. Juni gemeinsam in Angriff zu nehmen.
Jede Lehrerin* beteiligt sich dabei in ihrem eigenen Tempo, nach den ihr verfügbaren Mitteln, nach ihren Vorstellungen und Stärken.
So tragen zurzeit die Lehrpersonen in mehreren Waadtländer Schulen freitags rot – für Gleichberechtigung und Solidarität mit allen Frauen. Dies ist eine Aktion, die von den Zürcher KollegInnen ins Leben gerufen wurde und die SSP-Lehrberufe Waadt von diesen übernommen hat – für den 8. März und jeden Freitag bis zum 14. Juni. Und der Hashtag #encolèretantquilfaudra beginnt seinen Weg in soziale Netzwerke und in obligatorische und postobligatorische Bildungseinrichtungen zu finden. Auf diese Weise fordern wir gemeinsam ein Ende der sozialen Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen*. So kommen wir auch mit Studierenden und KollegInnen ins Gespräch und provozieren Reaktionen, schärfen deren Bewusstsein und erweitern so unsere Bewegung auf dem Weg zum Streik- und Aktionstag am 14. Juni. Ein Streik an den Schulen ist notwendiger denn je – wie auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen.

Cora Antonioli ist Gymnasiallehrerin in Lausanne und stellvertretende Präsidentin des VPOD-SSP.

Foto: Eric Roset

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Monday, 22. April 2019, 0:33 155589323312Mon, 22 Apr 2019 00:33:53 +0200, Posted by admin1 in Heft 211, 0 Comments

Geschlechtsspezifische Ungleichheiten im Wandel


Mittlerweile sind junge Frauen im Bildungssystem erfolgreicher als junge Männer. Langsam verringert sich auch der Abstand der Löhne.

Von Thomas Ragni

1. Der zunehmende relative schulische Erfolg der Mädchen…

Differenz der Quote der 25-34-jährigen Personen mit Tertiärabschluss zwischen Männern und Frauen (Quelle: OECD)

Lesebeispiel:

(1) In Österreich war bereits 2007 die Tertiärabschlussquote der Frauen im Alter von 25 bis 34 um rund zwei Prozentpunkte höher als bei den Männern der gleichen Altersgruppe. Dieser Abstand wuchs in zehn Jahren bis 2017 auf rund acht Prozentpunkte. 

(2) In der Schweiz war die Tertiärabschlussquote der jungen Frauen 2007 (mit rund 31 Prozent) noch knapp acht Prozentpunkte tiefer als bei den jungen Männern (mit rund 39 Prozent). Doch bereits 2017 war diese Quote auch in der Schweiz bei den jungen Frauen (rund 51 Prozent) um knapp zwei Prozentpunkte höher als bei den Männern (rund 49 Prozent)

2. …und der abnehmende relative berufliche Misserfolg der Frauen

Gender wage gap und Low pay incidence beider Geschlechter
(Quelle: OECD)

Definitionen:
«Gender wage gap»: Differenz der Medianeinkommen zwischen vollzeitbeschäftigten Männern und Frauen relativ zum Medianeinkommen der vollzeitbeschäftigten Männer
«Low pay incidence»: Anteil der weiblichen beziehungsweise männlichen Personen mit weniger als zwei Drittel des Median-Bruttoeinkommens aller vollzeitbeschäftigten Personen

Lesebeispiel:
(1) In der Schweiz lag der «Gender wage gap» 2008 bei rund 21 Prozent und 2016 nur noch bei rund 15 Prozent.
(2) Im Niedriglohnbereich arbeiteten in der Schweiz 2008 rund 13 Prozentpunkte häufiger Frauen als Männer. Rund sechs Prozent der vollzeitbeschäftigten Männer waren 2008 von Niedriglöhnen betroffen, jedoch rund 19 Prozent der vollzeitbeschäftigten Frauen. Im Jahr 2016 waren rund sieben Prozent der vollzeitbeschäftigten Männer von Niedriglöhnen betroffen und rund 16 Prozent der Frauen. Die Differenz zwischen den Geschlechtern reduzierte sich somit von rund 13 auf rund 9 Prozentpunkte.
Ausnahmen: Gender wage gap — Schweden 2008 und 2013; Low pay incidence — Frankreich 2006 und 2014

Nachzügler Schweiz

Über die Zeit gesehen (von 2007/08 bis 2016/17) ist in allen hier verglichenen Ländern der schulische Erfolg der Mädchen im Vergleich zu jenem der Knaben angewachsen. Nur schwach angestiegen ist der Abstand des schulischen Erfolgs in Frankreich und Deutschland. Und nur in der Schweiz hat sich der männliche Vorsprung in einen weiblichen Vorsprung gewandelt. Die Schweiz erscheint diesbezüglich als «Nachzügler»-Land, das zwar die schulische Erfolgsentwicklung der Mädchen verspätet vollzogen hat, dafür in umso kräftigerem Ausmass.

In allen betrachteten Ländern sind die Lohnunterschiede zwischen 2008 und 2016 zwischen den vollzeitbeschäftigten Männern und Frauen eingeschrumpft, und auch im Niedriglohnbereich arbeiteten Frauen 2016 weniger häufig als noch acht Jahre zuvor – mit Ausnahme von Frankreich, wo der Abstand zwischen Frauen und Männern sogar wieder zugenommen hat (von rund drei auf rund sechs Prozent).

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Sunday, 21. April 2019, 17:33 155586803005Sun, 21 Apr 2019 17:33:50 +0200, Posted by admin1 in Heft 211, 0 Comments

Geschlechtergerechtigkeit von Lehrmitteln


Studien zeigen, dass nach wie vor in vielen Lehrmitteln traditionelle Geschlechterrollen reproduziert werden. Der Abbau von geschlechterstereotypen Darstellungen in Lehrmitteln ist bildungspolitisch geboten.
Von Elena Makarova, Jana Lindner und Nadine Wenger

Lehrmittel sind ein zentraler Bestandteil des Unterrichts. Ihnen kommt eine wichtige didaktische Funktion zu, nämlich als Unterrichtsgrundlage die Wissens-aneignung der Schülerinnen und Schüler zu unterstützen. Da Lehrmittel Lernziele verfolgen und fachliches Wissen vermitteln, werden diese regelmässig auf ihre Fachinhalte kontrolliert und aktualisiert. 

Sozialisationswirkung von Lehrmitteln Weniger im Fokus der Überarbeitung von Lehrmitteln stehen Inhalte, die sozialisatorischer Art sind. Solche Inhalte vermitteln gesellschaftliche Normen und Werte und können durch klischeehafte Bilder von Mädchen und Jungen, Männern und Frauen Geschlechterstereotype und Geschlechterkonventionen reproduzieren und verfestigen. Die in Schulbüchern verwendeten Beispiele handeln oftmals von Familien, Eltern, Kindern und der Berufswelt. Sie nehmen Bezug zu Alltagserfahrungen und bilden sowohl sprachlich als auch visuell eine Lebenswelt ab, die Fremd- und Selbstbilder der Schülerinnen und Schüler prägt. Vorherrschende Geschlechternormen finden Eingang in die Darstellung von Geschlechtern, von geschlechtsspezifischen Rollen- und Berufsbildern. In Folge dessen portiert das Lehrmittel, welche Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit in der Gesellschaft akzeptiert und welche Lebensentwürfe für Frauen und Männer typisch sind. 

Geschlechterdarstellung in Lehrmitteln Da Lehrmittel auch nicht intendierte Lerneffekte erzeugen, wird unter anderem vom «heimlichen Lehrplan» gesprochen (Bühlmann 2009). Gemeint ist damit ein Lehrplan, der durch implizite und subtile Inhalte Mädchen und Frauen diskriminiert und eine hierarchische Geschlechtererziehung vermittelt (Moser 2016). Im Zuge der amtlichen Zulassung von Schulbüchern wurde der «heimliche Lehrplan» zum bildungspolitischen Gegenstand der Diskussion in den späten 1960er und frühen 1970er-Jahren (Fichera 1996). Die Schulbuchforschung befasste sich in ihren ersten Studien damit, eben jene verborgenen Botschaften aufzudecken. Untersucht wurden dabei unter anderem der Anteil weiblicher und männlicher Charaktere in Bildern und/oder Texten, berufliche und familiäre Rollen sowie Aktivitäten und Verhalten der Personen (Moser 2016). Studien, die Schulbücher für die Grundschule analysierten, kamen zum Ergebnis, dass die untersuchten Lehrmittel keine geschlechtergerechte Darstellung von weiblichen Protagonistinnen und männlichen Protagonisten beinhalteten (Herzog/Makarova/Fanger 2019). Weibliche Protagonistinnen traten lediglich als Randerscheinung auf, wohingegen der Anteil von Männern und Jungen überdurchschnittlich stark vertreten war. Noch drastischer zeigt sich das Ungleichgewicht der Geschlechter in Lehrmitteln für höhere Schulstufen. So schwinden weibliche Protagonistinnen in Lehrmitteln mit zunehmender Schulstufe. Auf Sekundarstufe fehlen Frauen fast gänzlich (Meyer/Jordan 1984). Dieses Ungleichgewicht der Geschlechter in Lehrmitteln lässt sich trotz massiver Kritik bis in die 1990er Jahre feststellen. 

Gleichstellungspolitische Vorstösse und gesellschaftlicher Wandel bewirken jedoch einen positiven Trend in der Sensibilisierung für die Fragen der Geschlechtergerechtigkeit, auch in Bezug auf die Lehrmittel. Im Jahr 1993 empfahl die Schweizerische Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK 1993, 1) eine vielfältige und offene Darstellung der Geschlechter im Unterricht und in den verwendeten Lehrmitteln: «Im Unterricht und in den Unterrichtsmitteln ist die Lebens- und Berufswelt beider Geschlechter offen und in ihrer Vielfalt zu behandeln». Fortan ist eine Angleichung in der Darstellung der Geschlechter in Lehrmitteln zu verzeichnen, zumindest, was den Anteil dargestellter Mädchen und Jungen betrifft. Erwachsene Frauen hingegen stellen weiterhin eine Minderheit in Lehrmitteln dar. Traditionelle Geschlechterrollen bleiben bestehen, wonach Frauen überwiegend als Mütter und Hausfrauen gezeigt werden, die Familien- und Erziehungsarbeit leisten, während Männer Erwerbsverdiener und «Ernährer der Familien» verkörpern (Moser 2016).

Handlungsbedarf zur Lehrmittelüberarbeitung Angesichts der starken und persistenten Untervertretung von jungen Frauen in Fächern wie Physik und Mathematik auf der Sekundarstufe II sowie bei MINT-Abschlüssen im tertiären Bereich (Bildungsbericht Schweiz, 2018) erscheint das Gender-Bias in Lehrmitteln für mathematisch-naturwissenschaftliche Fächer besonders gravierend. In diesem Zusammenhang sieht die OECD dringenden Handlungsbedarf und rät in ihrem Bericht zur Gleichstellung der Geschlechter, den Unterricht in MINT-Fächern für Mädchen mit Hilfe einer geschlechtergerechten Konzeption der Lehrmittel interessanter zu gestalten, «indem Geschlechtsstereotypen aus den Lehrbüchern entfernt, weibliche Rollenmodelle gefördert und Lehrmittel eingesetzt werden, die Mädchen ansprechen» (OECD 2013, 80).

«In analysierten Physik- und Chemieschulbüchern fehlen Frauen als Naturwissenschaftler-innen praktisch gänzlich […]»

Dass der Handlungsbedarf, Lehrmittel für Schülerinnen und Schüler gleichermassen ansprechend zu gestalten, nach wie vor dringend ist, zeigt eine Schweizer Studie. Im Mittelpunkt stand die Analyse der textlichen und bildlichen Darstellung der Geschlechter in Lehrmitteln der Sekundarstufe II für die Fächer Mathematik, Physik und Chemie. Die Studie schlussfolgert, dass in allen analysierten Schulbüchern die männlichen Protagonisten im Vergleich zu den weiblichen Protagonistinnen in Text- und in Bilddarstellungen zahlenmässig überrepräsentiert sind. Auch bei mehreren Personen (sowohl textlich als auch bildlich) bestehen die dargestellten Gruppen überwiegend aus Männern (Makarova/Aeschlimann/Herzog 2016). In analysierten Physik- und Chemieschulbüchern fehlen Frauen als Naturwissenschaftlerinnen praktisch gänzlich und auch bei den Berufsbezeichnungen wird fast ohne Ausnahme das generische Maskulinum verwendet (z.B. Wissenschaftler, Physiker). Auf den Bildern werden erwachsene Männer bei der Erwerbstätigkeit dargestellt, während Mädchen und junge Frauen in der Freizeit und im Haushalt abgebildet werden. Zudem stammen die verwendeten Zitate im Physikschulbuch durchweg von männlichen Autoren. Dies trifft auch für das untersuchte Chemieschulbuch zu. Die Studie belegt, dass auch aktuelle Lehrmittel stereotype Darstellungen und Geschlechterungleichheit reproduzieren. Die Erfahrungswelt männlicher Jugendlicher dominiert in der Darstellung der Fachinhalte (Herzog/Makarova/Fanger 2019). Was die Wirksamkeit von Lehrmitteln angeht, zeigen Studien, die sich mit der Wirkung der Sprache beschäftigen (Heise 2000; Stahlberg/Sczesny 2001), dass das generische Maskulinum (z.B. Physiker) bei Versuchspersonen beider Geschlechter eindeutig stärker mit den mentalen Repräsentationen von männlichen Personen assoziiert wird, verglichen mit alternativen Formen wie dem Binnen-I (z.B. PhysikerInnen) oder der Schrägstrich-Form (z.B. Physiker/innen). Im Weiteren vermögen Darstellungen von egalitären und vielfältigen Geschlechterrollen in Lehrmitteln die Entwicklung von Berufswahlpräferenzen, die nicht durch geschlechterstereotype Zuschreibungen eingeengt sind, zu begünstigen. Ausserdem zeigt sich, dass eine geschlechtergerechte Lehrmittelgestaltung dazu beitragen kann, Lerninhalte für Mädchen in Chemie verständlicher zu machen und ihnen positive Identifikationsmöglichkeiten zu bieten (Moser 2016). Somit können geschlechtergerechte Lehrmittel einen positiven Einfluss auf die Berufswahl von Jugendlichen haben, was einen wichtigen Anhaltspunkt darstellt, um dem drastischen Anstieg des Fachkräftemangels im MINT-Bereich entgegenzusteuern. Demzufolge lohnt es sich, den Fokus vermehrt auf bislang wenig erforschte Schulbücher für den naturwissenschaftlichen Unterricht der Sekundarstufe II zu legen (Weller 2006).

Naturwissenschaft ist (auch) Frauensache!  Es besteht also weiterhin Notwendigkeit, geschlechterstereotype Darstellungen in den schulischen Lehrmitteln abzubauen, um beiden Geschlechtern die Identifikation mit den Fachinhalten zu bieten. Das laufende Projekt «Naturwissenschaft ist (auch) Frauensache!», das vom Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) finanziell unterstützt wird, setzt an dieser Stelle an und verfolgt das Ziel, einen Kriterienkatalog (Gender Equality School Book Index) zur Analyse der Gendergerechtigkeit von Lehrmitteln im naturwissenschaftlichen Unterricht zu entwickeln sowie ein Physikschulbuch nach den Kriterien der Gendergerechtigkeit zu überarbeiten. Angestrebt wird dabei, auf eine ausgewogene Verwendung von weiblichen und männlichen grammatikalischen Formen zu achten, Fachinhalte mit den sozialisationsbezogenen Vorerfahrungen und Interessen von Schülerinnen und Schülern zu verknüpfen, berufliche Vorbilder beider Geschlechter abzubilden und Protagonistinnen und Protagonisten in zeitgemässen, vielfältigen Geschlechterrollen zu zeigen (Wenger/Makarova 2019).

Die aktuelle Überarbeitung eines Lehrmittels wird durch eine Interviewstudie mit Lehrpersonen und Schülerinnen und Schülern begleitet, um die Wirkung von Geschlechterdarstellungen in Lehrmitteln und die Stossrichtung der Lehrmittelüberarbeitung empirisch zu evaluieren. Die Ergebnisse werden in eine Handreichung für Lehrpersonen zur gendergerechten Unterrichtsgestaltung in den naturwissenschaftlichen Fächern einfliessen.  

Prof. Dr. Elena Makarova ist Direktorin des Instituts für Bildungswissenschaften der Universität Basel.

Jana Lindner ist wissenschaftliche Assistentin am Institut für Bildungswissenschaften der Universität Basel.

Nadine Wenger ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Bildungswissenschaften der Universität Basel.


Literaturverzeichnis:

Bühlmann, M. (2009). Geschlechterrollenstereotype in Lesebüchern. Eine quantitative Inhaltsanalyse von Schulbuchtexten aus drei Generationen von Schweizer Lesebüchern. In Swiss Journal of Sociology 35, S. 593-619.

EDK (1993). Empfehlungen der EDK zur Gleichstellung von Frau und Mann im Bildungswesen. Im Amtlichen Schulblatt veröffentlicht am 15. Dezember 1993. Verfügbar unter: 

http://www.sgv-sg.ch/fileadmin/user_upload/PDF_Handbuch/04_Schulunterricht/4.6.2-neu_empfehlungen_der_edk_zur_gleich.pdf (zuletzt geprüft am 31.03.2019).

Fichera, U. (1996). Die Schulbuchdiskussion in der BRD – Beiträge zur Neugestaltung der Geschlechterverhältnisse. Bestandesaufnahme und Sekundäranalyse. Frankfurt am Main: Peter Lang.

Heise, E. (2000). Sind Frauen mitgemeint? Eine empirische Untersuchung zum Verständnis

des generischen Maskulinums und seiner Alternativen. Zeitschrift für Sprache & Kognition,

19(1/2), S. 3-13.

Herzog, W., Makarova, E. & Fanger, F. (2019, Buch im Druck). Darstellung der Geschlechter in einem Physik- und in einem Chemieschulbuch für die Sekundarstufe II. In E. Makarova (Hrsg.), Gendersensible Berufsorientierung und Berufswahl: Beiträge aus der Forschung und Praxis. Bern: Hep-Verlag.

Makarova, E., Aeschlimann, B. & Herzog, W. (2016). Wenn Frauen in MINT-Studiengängen fehlen: Mathematisch-naturwissenschaftlicher Unterricht und die Studienwahl junger Frauen. In H. Faulstich-Wieland (Hrsg.), Berufsorientierung und Geschlecht. Weinheim: Juventa-Verlag, S. 39-57.

Meyer, B. & Jordan, E. (1984). Gutachten über die Darstellung von Mädchen und Frauen in Hamburger Schulbüchern (Rev.ed. Heide Vogt). Hamburg: Im Auftrag der Leitstelle Gleichstellung der Frau. Weinheim: Juventa-Verlag.

Moser, F. (2016). Schulbuchanalysen unter Geschlechtergesichtspunkten. In EEO – Enzyklopädie Erziehungswissenschaft Online. Weinheim und Basel: Beltz Juventa, S. 1-24.

OECD (2013). Gleichstellung der Geschlechter: Zeit zu handeln. Paris: OECD Publishing.

SKBF (Hrsg.) (2018). Bildungsbericht Schweiz. Aarau: SKBF.

Stahlberg, D. & Sczesny, S. (2001). Effekte des generischen Maskulinums und alternativer Sprachformen auf den gedanklichen Einbezug von Frauen. Psychologische Rundschau, 52(3), S. 131-140.

Weller, I. (2006). Geschlechterforschung in der Chemie. Spurensuche in der Welt der Stoffe. In S. Ebeling & S. Schmitz (Hrsg.), Geschlechterforschung und Naturwissenschaften. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften, S. 117-137.

Wenger, N. & Makarova, E. (2019, Buch im Druck). Gendergerechtigkeit von Lehrmitteln in naturwissenschaftlichen Fächern. In E. Makarova (Hrsg.), Gendersensible Berufsorientierung und Berufswahl: Beiträge aus der Forschung und Praxis. Bern: Hep-Verlag.

Foto: sör alex / photocase.de

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Friday, 19. April 2019, 5:11 155565068005Fri, 19 Apr 2019 05:11:20 +0200, Posted by admin1 in 2 Column, Heft 211, 0 Comments



 
 
 
Das Mitgliedermagazin der Sektion Zürich Lehrberufe
– Bildung ohne Sexismus
– Warum auch Lehrer*innen Grund zum Streiken haben…
– Was kannst du tun?
– 10ni-Pause
 


 
 
 
Regionalteil Basel
– Gründe und Vorbereitungen für den Frauenstreik
– Neues Tagesbetreuungsgesetz
– Rosmarie Schümperli im Portrait
 

 
 
 
Regionalteil Bern
– Ist Gleichstellung bereits erreicht?
SP-Motion wird im Grossen Rat abgeschrieben.
 
 
 


bildungspolitik 210
Arbeitsbedingungen Tagesschule
Für bessere Arbeitsbedingungen an der Tagesschule!

bildungspolitik 209
Kinderrechte
Politische Herausforderung und Handlungsbedarf

bildungspolitik 208
100 Jahre Landesstreik
Streik als Thema politischer Bildung.

bildungspolitik 207
«Lasst uns endlich wieder unterrichten!»
Zum Stand der Kampagne des VPOD.

bildungspolitik 206
Gute Tagesschulen für Kinder und Jugendliche
Dialog und Partizipation als Mittel der Schulentwicklung

bildungspolitik 205
Bildung in Zeiten der Digitalisierung
Was es beim Einbezug von Smartphone und Computer im Unterricht zu berücksichtigen gilt.

bildungspolitik 204
Filmbildung
Der Umgang mit Filmen ist Thema im Schulunterricht sowie Gegenstand schulexterner Bildungsangebote.

bildungspolitik 203
Lernen nach der Flucht
Für geflüchtete Jugendliche, die nicht mehr schulpflichtig sind, gibt es zu wenig Bildungsangebote.

bildungspolitik  202
Schule und Demokratie
Bildungspolitische Beiträge zum Kongress «Reclaim Democracy», der vom 2. bis 4. Februar 2017 in Basel stattfand.


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Tuesday, 26. February 2019, 4:52 155115676004Tue, 26 Feb 2019 04:52:40 +0200, Posted by admin1 in Heft 211, HOME, 0 Comments

vpod bildungspolitik 211


Gleichstellung in Unterricht und Schule

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